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04.01.2010 - 11:22 - Fabian Hüttenhoff

Test: Need for Speed Shift

NFS Shift iPhone

Eigentlich hatte ich mich auf den iPhone-Ableger des Rennspiels gefreut. Wenn es auch nur halb so viel Umfang wie die PC- oder Konsolen-Version, aber das Flair und den Anspruch des großen Bruders im Hosentaschenformat geboten hätte. Die herausragenden Stärken von Shift sind die brachiale Motorengeräusche, gepaart mit einem irrsinnigem Geschwindkeitsgefühl, das den Rausch des Fahrens schneller Rennwagen erleben lässt.

NFS Shift iPhone

Auf dem iPhone ist davon nichts übrig geblieben: Die Autos klingen fast alle gleich und regelrecht nervtönend blechern. Nur das EA-Logo donnert beim Start des Spiels in einer vielversprechenden Tonlage und ignoriert dabei nervigerweise auch den Stummschalter des iPhones. Das Geschwindigkeitsgefühl ist mäßig, nahezu alle im App-Store vertretenden Rennspiele sorgen für einen höheren Adrenalingehalt.

Das liegt zum Großteil an den befahrbaren Strecken, die mit einer Ansammlung von einfachen Kurven und generell viel zu breiten Strassen langweilen. Während die Konsolen- und PC-Version mit realen und herausfordenden Strecken wie Laguna Seca, Donington oder Spa aufwartet, scheint man bei EA sich für die iPhone-Version mit einem Aufguss von Fantasiekursen mit unterschiedlichen Hintergründen zu begnügen. Diese sind derart lieblos und generisch, dass man ohne die standardmäßig angeschaltete Fahrlinie sich weder Bremspunkte einprägen, noch zuverlässig bestimmen kann in welchem Streckenabschnitt man sich befindet.

NFS Shift iPhone

Bremsen überhaupt ist – typisch Need for Speed – nicht sonderlich notwendig, die meisten Kurven lassen sich mit nahezu Höchstgeschwindigkeit  "meistern". Aber gerade "Shift" ist von diesem Arcade-Gameplay abgewichen, und hat mit realen Rundkursen und anspruchsvollen Fantasiestrecken einen höheren Simulationsgrad angepeilt. Auf dem iPhone ist nichts davon übriggeblieben. Wie in "Undercover" beschleunigt der Wagen von selbst, was für ein Spiel was sich als "intensive Rennsimulation" bezeichnet sehr befremdlich wirkt. Noch merkwürdiger ist es, dass man dafür auf Wunsch selber Schalten kann, was keinen erkennbaren Nutzen hat. Weder kann man die Gänge weiter ausfahren um Zeit zu gewinnen, noch gibt es Kurven die einem Spielraum bei der Gangwahl zulassen, um keinen Dreher zu riskieren. Überhaupt ist es mir nicht einmal "gelungen", mich zu drehen oder abzufliegen.

NFS Shift iPhone

Wäre "Doodle Jump" ein Rennspiel, würde es so aussehen und sich spielen wie "NFS: Shift" mit eingeschalteten Fahrhilfen. Ein bisschen nach links oder rechts neigen, mehr gibt es nicht zu tun. Wer viel Zeit totzuschlagen hat, ein paar hübsche Wagen tunen möchte, und dem die €5,49 für ein höchstens mittelmäßiges Spiel nicht weh tun, darf zugreifen. Für alle anderen ist "Shift" ein gelungenes Beispiel für lieblose Franchise-Spiele von großen Publishern, und ein langweiliger Etikettenschwindel.

App-Store: Need for Speed Shift (€5,49)

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