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18.08.2009 - 10:00 - Marcus Respondek

TOMTOM auf dem iPhone ist da!

TOMTOM | iPhone AppVor das Testen haben die Programmierer das Laden und Installieren gesetzt. iTunes benötigt nach der Installation 16:25 Minuten zum Synchronisieren mit dem iPhone. Dananch erscheint das TOMTOM Icon auf der iPhone Oberfläche und startet innerhalb von sechs Sekunden.

Die Oberfläche ist sehr klar und logisch gestaltet, alle Funktionen sind durch wenige Klicks erreichbar.

TOMTOM iPhone MenüTesten wir also, was die Software am Besten können soll: Navigieren! Es stehen hierzu acht Punkte bereit, vom Heimatort (den man separat angeben muss, dieser bleibt dann gespeichert), bis hin zur Auswahl aus dem vorhandenen (und hoffentlich gut gepflegten) Adressbuch des iPhones. Selbstverständlich kann man den Zielort auch über die Adresse oder Postleitzahl eingeben.

Alle Punkte zu besprechen würden hier den Rahmen sprengen, also schildere ich lieber die Praxis anhand meiner gestrigen Testfahrt von Bonn nach Essen.

Gestartet bin ich um 11 Uhr, zurückgekehrt gegen 15 Uhr. Die Routenkalkulation geht wirklich sehr flott, keine 10 Sekunden und die Route ist berechnet.

Erste Hürde: Das iPhone bekommt kein GPS Signal. Ich muss erst eine Minute fahren, bis ein GPS-Signal empfangen wird. Die Karte wechselt von Grau (kein GPS-Signal) zu farbig (Signal vorhanden).

TOMTOM auf dem iPhone: Schlechtes GPS SignalZwei- bis drei Mal passiert es unterwegs, dass die Route plötzlich grau wird und das iPhone bzw. TOMTOM meldet: Schlechter GPS-Empfang. Nun ruhen natürlich alle Hoffnungen auf dem TOMTOM CarKit, das ja das GPS-Signal verstärken soll. Ohne ein zuverlässiges Signal wird die Tour sonst schnell zur Tortour.

Es dauert allerdings recht lange (30 Sekunden) bis die Ortung wieder ordnungsgemäß funktioniert, aus meiner Sicht ein klares Manko.

Der Test von NAVIGON wird zeigen, ob das Ortungsproblem in der Logik des Programms oder eher in dem GPS-Chip begründet liegt.

Gut funktioniert die Geschwindigkeitsanzeige bzw. -warnung, diese ist zuverlässig und warnt, wenn man von dem vorgeschriebenen Tempolimit abweicht (siehe Screenshot: unten links: 124 aktuelle Geschwindigkeit, 100 ist erlaubt). Die aktuelle Geschwindigkeit war allerdings nicht immer Tachokonform, aber zu 80%.

TOMTOM auf dem iPhone: GPS-Signal vorhandenNegativ ist mir außerdem der hohe Stromverbrauch aufgefallen. Ich bin mit 100 Prozent Akkuladung gestartet, am Ende hat sich das iPhone abgeschaltet, weil der Akku leer war (einen Kilometer vor der Ankunft zuhause). Ohne zusätzliche Lademöglichkeit ist die Navigation also nicht denkbar – noch ein guter Grund für das CarKit.

Apropos Telefonieren: Bei einem Anruf während aktiver Navigation sieht man den eingehenden Anruf und die App wird beendet.  Mit dem Home Button muss man dann aus dem Gespräch gehen und die TOMTOM App erneut starten. Diese erinnert sich dann an die Route und macht dort weiter, wo der Anruf diese beendete. Wenn man diesen Weg nicht geht und das Telefonat zu Ende führt, so ist man automatisch wieder in der TOMTOM App, ein separates Starten der App ist nicht notwendig.

Die Sprachausgabe ist in Ordnung, allerdings höre ich Musik während der Fahrt und da ist das iPhone viel zu leise, um die Anweisungen bei Musik und Tempo 100+ gut verstehen zu können. Ein weiterer Grund für das CarKit, wenn man über einen Aux-In verfügt …

TOMTOM auf dem iPhone: Geschwindigkeitsbeschränkung wird angezeigtAlles in allem bin ich enttäuscht, vor allem, weil TOMTOM doch recht lange für die Veröffentlichung gebraucht hat (8. Juni 2009 Ankündigung auf der WWDC, Release am 17. August 2009).

Das CarKit ist bis heute nicht verfügbar, und wird nur gegen Aufpreis erhältlich sein.

Das fehlende TMC (NAVIGON hat dies ebenfalls nicht, ist aber schon im Rahmen eines Updates angekündigt) ist auch enttäuschend. Auf den „normalen“ TOMTOM Geräten gibt es zumindest das kostenpflichtige HD Traffic (im Abo 9,95 Euro/Monat), ob man dafür zahlen mag oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Für Vielfahrer sicherlich eine Überlegung wert. Warnungen vor Radarkameras sind zwar integriert – habe ich aber noch nicht getestet – (laut heise sind 11 Länder integriert, allerdings ohne Deutschland, weil diese Funktion hier verboten ist).

Allerdings kommen zur Routenoptimierung die so genannten IQ Routes zum Einsatz, basierend auf Erfahrungswerten der Verkehrsdichte, wie auch schon in den bisher angebotenen Geräten von TOMTOM.

Die 99,99 EUR halte ich zum jetzigen Versions-Stand für sehr ambitioniert. Wenn die App allerdings kontinuierlich gepflegt wird und vor allem Erweiterungen erfährt, ist der Preis für mich akzeptabel. Ich werde heute NAVIGON testen und anschließend beide Versionen miteinander vergleichen, mal sehen, was dabei heraus kommt!

PRO:

  • Sehr schnell bei der Berechnung der Routen
  • Gute, intuitive Oberfläche
  • 2D/3D Kartenansicht
  • POI anrufen
  • Nachtfarben

Contra:

  • kein TMC (TrafficMessageChannel)
  • GPS ohne Zusatzhalterung schlecht (iPhone Problem?)
  • weicht von der Strecke ab (GPS Ungenauigkeit)
  • Hoher Akku-Bedarf
  • Jedes Land ist eine eigenständige APP (kein in-App Nachkauf)
  • keine Kartenerweiterung möglich

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