Dank des Apple iPhone wurde die Drahtlos-Diskussion neu entfacht, und so mancher fragt ich vielleicht: Was bedeutet eigentlich EDGE? Was heißt denn UMTS? Und was bringt mir das als Anwender überhaupt? Hier folgt eine Liste der wichtigsten Begriffe samt ihrer Bedeutungen und Anwendungsgebiete, speziell beim mobilen Einsatz mit dem iPhone.
GPRS steht für General Packet Radio Service und gehört wie EDGE zur Mobilfunkgeneration 2,5 (2,5G). Diese etwas merkwürdige Nummerierung soll den Übergang vom langsamen GSM-Funknetz zum schnellen UMTS-Netz versinnbildlichen. GPRS ist in Deutschland nahezu flächendeckend vorhanden und stellt damit eine sehr gute Ergänzung zu EDGE dar. Bei den Datenraten in Download-Richtung kommt GPRS theoretisch auf 171,2 Kbit/s, in der Praxis werden derzeit etwa 53 Kbit/s erreicht. Für Uploads sind es aktuell 15 bis 20 Kbit/s. GPRS stellt paketorientierte Verbindungen her. Damit bezahlen Sie nur das, was Sie an Daten tatsächlich übertragen.
Anwendungen: GPRS-Verbindungen sind teuer und taugen nur bedingt für die mobile Einwahl ins Internet. E-Mails ohne Anhänge und Chat-Sessions sind mit GPRS durchaus möglich, weitere Anwendungen sind aufgrund der begrenzten Bandbreite nicht sinnvoll.
EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ist wie GPRS eine Erweiterung des GSM-Funkstandards . Auch hier kommt die paketorientierte Datenübertragung zum Einsatz. Der wesentliche Unterschied zwischen EDGE und GPRS besteht in den möglichen Datenraten. EDGE schafft in der Praxis etwa 220 Kbit/s. Für Upstreams vom iPhone oder MacBook (Pro) zum Server stehen bei EDGE rund 110 Kbit/s an Bandbreite zur Verfügung. Im Gegensatz zu GPRS ist EDGE nicht überall nutzbar. So stellt wohl O2 erst 2008 vollständig auf EDGE um. T-Mobile ist wegen des iPhone schon sehr viel weiter und bietet ein hohe Abdeckung.
Tipp: Wie Sie in Verbindung mit Ihrem Macbook (Pro) und Mac OS X 10.5 "Leopard" Ihr Bluetooth-Handy als GPRS-/EDGE-Modem nutzen, erfahren Sie im zugehörigen Praxisartikel.
Anwendungen: Auf EDGE-Basis können Sie im Web surfen, Ihre E-Mails abrufen und verschicken (auch mit nicht zu großen Anhängen) und sogar per YouTube Videos angucken, da diese im Streamingmodus auf mobile Geräte wie das iPhone übertragen werden. Damit sind die Anwendungsbereich recht vielfältig, wenngleich bandbreiten-intensive Dinge wie Videodownloads u.ä. per EDGE sehr mühsam und kostenintensiv sind.
UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System und stellt den Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) und damit den Nachfolger der GSM-Technik dar. UMTS bietet für diverse Anwendungen wie Audio, Video, Fernsehen und Downloads ausreichend Bandbreite zur Verfügung. Ursprünglich war UMTS für 384 Kbit/s ausgelegt, was aber mithilfe neuer Techniken und Übertragungsverfahren auf rund 2 Mbit/s gesteigert werden konnte. Aktuell bietet das neue Übertragungsverfahren HSPDA eine Datenrate von 3,6 Mbit/s, für 2008 sind bereits 7,2 Mbit/s geplant. Und theoretisch sind sogar 14,4 Mbit/s möglich.
Für den Einsatz von UMTS-tauglichen Geräten wie Macbook Pro oder Handy sind drei Dinge notwendig: ein UMTS-Adapter, eine SIM-Karte und der dazu passende Mobilfunkvertrag mit einem der Mobilfunkanbieter. Auch UMTS basiert wie GPRS und EDGE auf einer paketorientierten Übertragungstechnik und unterscheidet zwischen Down- und Uplinkverbindungen. Für das Downlinking kommt wie bereits erwähnt HSPDA (High Speed Downlink Packet Access) zum Einsatz, für den Uplink nennt sich die Technik HSUPA. Damit sind derzeit rund 1,5 Mbit/s möglich, 2008 soll das Uplink-Tempo auf 5,8 Mbit/s erhöht werden.
Anwendungen: Mit 3,6 Mbit/s surfen Sie nahezu mit DSL-Speed im Internet und können damit beinahe alle Anwendungen nutzen, die Ihnen auch per WLAN- oder Ethernet-Verbindung zur Verfügung stehen. Hierzu gehören auch umfangreiche Datendownloads, hochaufgelöste Videos und vieles mehr.
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