Mit einem Telefon will ich telefonieren können. So banal das klingt – mit manchem modernen Handy ist das schwieriger als es sein sollte. Während ich mich bei meinem ersten Handy mit Kamerafunktion noch über solchen Schnickes geärgert habe, nutze ich die Kamera mittlerweile recht häufig, um damit Fotos für meine Blogeinträge zu machen. Auch nicht wirklich notwendig, weder die Fotos noch die Blogeinträge, aber es geht eben. Das iPhone mit seinen vielen Neue- und Verbesserungen stehtfür mich vor allen Dingen für zwei Sachen: für Kommunikation und für Information bzw. deren Verfügbarkeit.
Schon mein jetziges Handy leistet gute Dinge, was die Verfügbarkeit von Informationen angeht. Allerdings schreibe ich auf meinem weder E-Mails noch surfe ich damit im Netz. Beides reichlich umständlich und auf dem Display, das kaum größer als eine Streichholzschachtel ist, kein echtes Vergnügen. Aber einige Funktionen lassen mich wahrlich jubilieren. So habe ich etwa kürzlich als typischer late adopter Google Maps auf meinem Handy aktiviert. Was für eine großartige Funktion! Als ich mich nämlich kürzlich bei einem Besuch in Bonn verfahren hatte und mich mit unzähligen Baustellen konftontiert sah, fuhr ich flugs an die Seite und lud eine aktuelle Routenplanung zum meinem Ziel runter. Ohne mich ein weiteres Mal zu verfahren, kam ich bei meinen Freunden an. Den Koch des Hauses freute das, denn das Essen stand schon auf dem Tisch...
Mit meinem aktuellen Handy habe ich das erste Mal die Synch-Funktion vom Adressbuch genutzt. Und seit dieser Woche nutze selbst ich, ein militanter Verfechter des papiernen Notizbuches, iCal, um meine Termine auch auf dem Handy ständig dabei zu haben. Wie gesagt, late adopter...
Das iPhone soll all diese Anforderungen ja spielend erledigen. Spielend ist bei Apple überhaupt das richtige Wort. Die Hard- und Software erlaubt das kindliche Erforschen der Produkte, ohne dass Fehler mit der Härte eines WinDoze-PCs bestraft werden. Wo wir gerade bei WinDoze sind – ich habe gerade auf einer Mailing-List entdeckt, wofür VISTA eigentlich steht: Virus Inside, Switch To Apple. Ja, late adopter...
Seit einiger Zeit lese ich viel über Umweltschutz, natürliche Ressourcen, Evolution, etc. Al Gores "Eine unbequeme Wahrheit" rüttelte mich förmlich wach. Ich fahre jetzt zwar nicht weniger mit dem Auto, dafür aber bewusster... Zu diesem Schockeffekt gesellte diese Woche eine Meldung bei SpOn: Jede Suchanfrage bei Google verbrauche soviel Strom wie eine 11-Watt-Energie-Sparlampe. Der Nachsatz beruhigte mich: "Andererseits spare die digitale Kommunikation natürlich auch CO2 ein, da sie viele Autofahrten zur Informationsbeschaffung überflüssig mache." Soviel zu meinen bewussten Fahrten...
Im gleichen Artikel ließ die Strato AG verkünden, man werde die Energie für die eigenen Rechenzentren künftig CO2-neutral aus Wasserkraft im Rhein speisen wollen. Ob Wasser oder Öl, Hauptsache Schlagzeile, könnte man meinen. Denn wie verkündete McDonald\'s ebenfalls diese Woche? Dazu die sz: "McDonald\'s plant, 155 LKWs in Großbritannien mit gebrauchtem Frittieröl zu befeuern, das gesammelt, gefiltert und aufbereitet werden soll. Biodiesel soll künftig 85 Prozent des Gesamtverbrauchs der McDonald\'s-Flotte an Dieseltreibstoff ausmachen. Die restlichen 15 Prozent sollen aus Rapsöl gewonnen werden." Werden unsere Landschaften demnächst nach Pommes duften, während wir auf Rapsfelder schauen?
Wie bereits erwähnt, bin ich ein late adopter. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich damals bei der Vorstellung des iPod sogar prognostiziert, dass sich das Ding nicht durchsetzen werde. Heute liegt neben meinem Mac ein Shuffle mit dem neuesten Hörbuch. So kann sich irren. Das mit der Festanstellung kann ich also vergessen. Dabei würde sich gerade in diesen Tagen ein Job bei Jobs richtig lohnen: His Steveness hat nämlich laut engadget gerade einfach mal jedem Apple-Angestellten ein iPhone spendiert! Spendabel, der Herr. Wie der Mann sich das wohl leisten kann, verdient er vermeintlich doch nur einen Dollar pro Jahr...
Dass ich alt und meine Kommunikationsfähigkeiten ebenfalls nicht mehr die aktuellsten sind, zeigte mir das Resultat einer Google-Suche, wobei ich mich nicht mehr an die Suchbegriffe mehr erinnern kann. Ich kommuniziere also nicht nur antiquiert, sondern werde auch noch vergesslich. Die Seite, auf der ich landete, hatte, soviel konnte ich noch entziffern, mit einem Onlinespiel zu tun. Ein Auszug: "Ich, Pala 62 mit Gildenkollegen Conjurer 62 an den DS Docks! Wir sind komplett level 62 Mastercrafted! Alle Spells Adept 3 oder Master 1, alle Resis zwischen 4 und 5tausend, im Schlepptau einen grünen 52er Heiler! Wir bekamen die nicht runtergekloppt die haben auf alles resistet ! Der Heiler hatte schier endlos mana und die Assa, obwohl für uns grau, machte richtig schaden, während unsere spells bei Ihnen resisten."
Aber selbst für lade adopters wie mich gibt es Hoffnung. Denn die alte Weisheit besagt, dass es immer noch einen gibt, der noch bekloppter ist als man selbst. In diesem Fall: Politiker.
Auch wenn ich nicht in die Sterne schaue, um meine Zukunft zu lesen, so kann ich ab heute kaum noch an einem Dach vorbeigehen, ohne nicht an Buchstaben zu denken. Schuld daran ist Lisa Rienermann, deren Semesterarbeit Type the Sky mich nachhaltig beeindruckt hat. So simpel, das wäre mir auch eingefallen... ;-)
Hack the iPhone: Done.
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