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22.05.2007 - 22:40 - Michael Hülskötter

Profi-Funktionen für Linux-basierte WLAN-Router mit FreeWRT

Linux und Linksys – ein tolles WLAN-Router-Gespann – mit FreeWRTHaben Sie schon mal drüber nachgedacht, aus Ihrem 08/15-WLAN-Router ein echtes Profi-Gerät zu machen?

So mit allen Schikanen wie einem kostenlosen VPN-Server für den sicheren LAN-Zugang von außen, einem NTP-Server für eine sekundengenaue Routerzeit, mit integriertem Kismet für die WLAN-Überwachung und vielem mehr.

Die gute Nachricht: So etwas gibt es, und zwar auf Basis von Linux, das grundsätzlich lizenzfrei genutzt werden darf. Und solche Linux-basierten WLAN-Router werden von Herstellern wie Asus, Buffalo, Linksys und Netgear angeboten.

Da der Quellcode der jeweiligen Router-Software offen gelegt werden muss, macht sich die große Linux-Gemeinde schon seit längerem einen Spaß daraus, diese ohnehin schon offenen WLAN-Router komplett aufzubohren. Das mündete darin, dass diese Geräte im Vergleich zu Standard-Routern mit Funktionen aufwarten, von denen die anderen nur träumen können.

WLAN-Router wie der Asus WL500g Deluxe lassen sich dank FreeWRT kräftig aufbohren (Bild: Asus)Das schien uns so interessant und vielfältig in der Anwendung, dass wir es Ihnen nicht vorenthalten wollen. Daher haben wir heute bei den Herstellern Asus und Linksys Testgeräte angefragt, die wir in den nächsten Wochen mit diversen individuell zusammengestellten Firmware-Images bespielen wollen.

Daraus wird eine Sammlung an einzigartigen Router-Softwarepakten entstehen, die Sie sich probehalber auf Ihren WLAN-Router packen und ausprobieren können.

Die Opensource-Pakete, von denen hier die Rede ist, nennen sich DD-WRT in der aktuellen Version 2.3, FreeWRT 1.0.2 und OpenWRT in der Version White Russian 0.9. Interessant sind alle drei Ausprägungen, wobei große Ähnlichkeiten, aber auch interessante Unterschiede bestehen:

DD-WRT 2.3 unterstützt eine große Zahl an existierenden WLAN-Routern (Asus, Belkin, Linksys, Motorola, Siemens) und bietet eine nahezu unüberschaubare Funktionsvielfalt, mit dessen Hilfe der 08/15-Router zum Highend-Gerät mutiert. Toll ist zudem die große Zahl an Zusatzpaketen, mit denen Sie noch mehr aus dem WLAN-Router herausholen können. Hierzu ist allerdings viel Know-how in Sachen Linux erforderlich.

FreeWRT 1.0.2 unterstützt nur wenige Modelle von Asus, Linksys und Netgear, wartet dafür aber mit echten Profi-Tools auf, die einem 500-Euro-Router gut zu Gesicht stünden. Das beste an FreeWRT ist allerdings sein Online-Tool "Web Image Builder", mit dem Sie interaktiv und ohne allzu großes Linux-Vorwissen Ihre ganz persönlichen Firmware-Images erstellen können.

OpenWRT 0.9 unterstützt wie DD-WRT eine Vielzahl von Geräten (Asus, Aztech, Belkin Linksys, Siemens, etc.) und auch eine Menge an Zusatzfunktionen, die die Geräte per Standardsoftware nicht unterstützen. Allerdings erfolgt gerade ein Paradigmen-Wechsel von White Russian zu Kamikaze, was zwar in neuen und verbesserten Funktionen münden wird, aber derzeit für ein wenig Verwirrung sorgt.

Das alles leistet FreeWRT

Wie Sie bestimmt an den euphorischen Zeilen über FreeWRT erkennen konnten, gilt unsere Begeisterung derzeit diesem Opensource-Paket. Denn nicht nur der Image Builder überzeugt uns, sonder auch die Funktionsvielfalt dieses Linux-Softwarepakets.

Die aktuelle Version 1.0.2 unterstützt nämlich unter anderem folgende Funktionen: Aircrack, ARPwatch, Asterisk, Bluetooth, Busybox, CUPS, dnsmasq, DynDNS-Client, FreeRADIUS, IPTables (Firewall), Kismet, Mailclient, OpenVPN, OpenSSL, OpenSWAN, OpenNTPD, OpenSER (SIP-Server), SIP-Proxy, Testing-Tools, Wireless NDIS und WPA/WPA2.

freewrt-funktionsauswahl.jpgAllein, um all diese Funktionen angemessen beschreiben zu wollen, würden Stunden vergehen. Und um diese manuell auf Ihrem WLAN-Router zu installieren, vermutlich nochmals mehrere Tage. Doch zum Glück haben die Entwickler von FreeWRT (übrigens hervorgegangen aus dem OpenWRT-Projekt) den besagten Image Builder entwickelt, mit dessen Hilfe Router-Images interaktiv erstellt werden können. Das ist echter Komfort im Vergleich zu OpenWRT und DD-WRT.

Das Tolle am Image Builder ist allerdings nicht nur der Komfort, sondern auch dessen Flexibilität. So sind Sie nicht an bestimmte Vorgaben gebunden, sondern können selbst bestimmen, welche Funktionen Ihr Router unterstützen soll – und welche nicht.

So können Sie je nach WLAN-Router einzelne Funktionen festlegen, mit denen sie den Access Point beglücken wollen. So weisen Sie dem Image beispielsweise einen eigenen Asterisk-Server zu, mit dem Sie eine VoIP-gestützte Telefonanlage rein in Software implementieren.

Die Funktionsliste ist so umfangreich, dass wir uns in den folgenden Wochen näher damit befassen und Ihnen die Ergebnisse unserer "Forschungsarbeiten" zur Verfügung stellen wollen – Schritt für Schritt, mit verständlichen Erklärungen. Bleibt nur zu hoffen, dass Asus und/oder Linksys bald einen der unterstützten WLAN-Router vorbei schicken...

Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern...Übrigens: Folgende WLAN-Router lassen sich mit FreeWRT um neue Funktionen erweitern:


  • WL500g, WL500g Premium und WL500g Deluxe von Asus

  • WRT54G, WRT54GL, WRT54GS und WRT54G3G von Linksys

  • WGT634u von Netgear.


Mehr Informationen erhalten Sie auf freewrt.org.

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