
Zu aufwendig erscheint es Telekom und Konsorten, entsprechende Verteilerkästen für viel Geld aufzustellen. Oder es ist dank Glasfaser technisch unmöglich.
Als Alternativen kommen daher für Viele entweder nur das lahme ISDN-Netz oder Spezialangebote wie Breitband via Satellit in Frage.
Oder WiMAX. Denn mit dieser Technologie, die übrigens maßgeblich von Intel vorangetrieben wird, sind schon heute, aber vor allem in Zukunft, breitbandige Drahtlosverbindungen auch dort möglich, wo DSL kaum oder gar nicht zur Verfügung steht.
Was aber genau ist WiMAX? Nun, grundsätzlich gehört es wie Wireless LAN oder Bluetooth zum 802-Standard, woraus sich diverse Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede ergeben.
Die Gemeinsamkeiten sind vor allem die spektrale Nutzung des vorhandenen Frequenzbands per OFDM und die MIMO-Technik. Aber auch Quality of Service kommt zum Einsatz, mit dessen Hilfe multimediale Inhalte anhand einer Priorisierung unfallfreie durch den Äther verschickt werden können. Damit vor allem Sprachanwendungen wie die Internettelefonie reibungslos funktionieren.
Wesentliche Unterschiede zu Wireless LAN bzw. Bluetooth sind vor allem zwei Dinge: Reichweite und mögliche Datenrate. Bei der Reichweite kommen WiMAX-basierte Drahtlosverbindungen für stationäre Anwendungen gemäß dem Standard 802.16d-2004 und mobile Zwecke gemäß 802.16e-2005 auf etwa 2 bis 3 Kilometer.
In Sachen Transferraten gibt es zwischen 16d und 16e erhebliche Unterschiede: Da für 802.16d-basierte Verbindungen Sichtkontakt notwendig ist, sind die möglichen Übertragungstempi höher als beim mobilen WiMAX nach 802.16e. So schaffen aktuelle WiMAX-Installationen 1 bis 2 Megabit/s, was deutlich langsamer als DSL, aber deutlich schneller als ISDN ist.
WiMAX in Deutschland ist noch kein Massengeschäft, aber es gibt bereits kommerzielle Angebote, die natürlich mit der Vergabe der WiMAX-Frequenzen im Dezember 2006 kontinuierlich zunehmen werden.
Dafür soll unter anderem die Zusage der Betreiber sorgen, für die jeweiligen Frequenzgebiete bis 2009 eine 15-prozentige Versorgung zu garantieren. Bis Ende 2011 sollen es dann 25 Prozent sein.
Zu den ersten WiMAX-Anbietern zählen die Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBD) und Arcor. Beide Unternehmen setzen derzeit auf den 802.11d-Standard, und zwar im Frequenzspektrum von 3,5 GHz.
Aktuelle WiMAX-Angebote der DBD betreffen die Regionen Heidelberg und Berlin-Pankow, wo sowohl gewerbliche als auch private Kunden mit WiMAX-Anbindungen von 1 bis 2 Mbit/s versorgt werden. Aber auch in Wuppertal, Dresden, Leipzig, Barsinghausen/Springe, Magdeburg und Dessau ist die DBD aktiv.
Daneben betreibt Arcor seit Dezember 2005 in Kaiserslautern ein kommerzielles WiMAX-Netz, und zwar mit 1-Mbit-Anbindungen für Telefon und Internet.

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