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09.01.2007 - 22:34 - Christian Dietz

Kommentar: iPhone

Apple iPhoneDie gute Nachricht zu erst: Endlich ist es raus. Das iPhone. Ja- und es heißt auch tatsächlich so. Wäre es heute nicht gekommen, so manchem Mac-Orakel der vergangenen Monate wäre vermutlich der Kopf geplatzt.

Die schlechte Nachricht: Alle Nachahmer haben jetzt bis Juni Zeit, die Entwicklung ähnlicher Geräte in Auftrag zu geben, größere Speicherkapazitäten zu realisieren, tolle Features erst Mal abzukupfern. Natürlich werden auch sie es nicht einfach haben, in eine nur 11,6 Millimeter dicke Kiste ein so hoch auflösendes Display zu stecken, WIFI und Bluetooth zu integrieren und ein Betriebssystem wie OS X drauf zu packen.

Doch während Apple noch bei der Vorstellung von OS X 10.4 auf Plakate zynische Kommentare wie „Redmond, start your photocopiers“ drucken ließ, ist diese Produktankündigung die Steilvorlage, mit der alle anderen Plakate mit „Photocopiers started. Thank you Apple.“ machen lassen können.

Doch was ist mit einer Verfügbarkeit in Europa im vierten Quartal und Asien erst 2008? Damit nominiere ich das iPhone für den ersten Platz in der EU-Vapoware-Hitlist 2007: Produkte die angekündigt, aber nie erschienen sind – oder viel zu spät. Da werden die User über eine Stunde lang heiß gemacht auf ein neues, offenbar tolles Gerät. Nur zu haben ist es nicht. Und wenn doch, dann nur mit Vertrag. Irgendwann mal. Werde ich im Herbst noch ein Produkt kaufen, das mir in dieser Konfiguration schon im Januar vorgestellt wurde und damit schon fast überholt scheint?

Die Antwort: Jein. Natürlich werde ich dieses Ding haben wollen. Natürlich werde ich es lieben wollen. Kein Symbian, Windows Mobile oder Blackberry OS mehr, sondern Mac OS. Doch ich werde mich dafür hassen, mich von meinem Lieblings-Computerhersteller so an der Nase herum führen zu lassen. Vielleicht war es in der Vergangenheit gar nicht schlecht, dass Apple seine Produkte erst dann vorstellte, wenn sie fertig waren und nicht schon Dekaden früher. Auch so schützt man eine hypeanfällige Usergemeinde.

Das gute daran: Wir Menschen sind vergesslich und ich werde vermutlich bis zum Herbst meinen Groll von diesem Abend vergessen oder verdrängt haben. Vielleicht ist das ja Apples Strategie. Marketing-Gehirnwäsche nennt man so was wohl. Ist das noch fair?

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Kommentare - 1 von 1

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Marketingstrategie für Fortgeschrittene

10.01.2007 - 12:42 - (Mr.lani)

Hallo.
Dem Kommentar ist nur hin zuzufügen, dass Apple auch in Amerika erst einen Partner zum Vertrieb finden musste.
Gespannt darf man darauf sein, welcher es hier in Europa sein wird, wahrscheinlich ein "Europeanplayer", der über ein großzügiges Netz verfügt, wer käme da in Frage ?!?!
Von den drei Grossen keiner ?!?! Die sind "Globalplayer".
Die Strategie wird sehr interessant, da dann der ehemals verpönte Konkurent Microsoft, der ja Allianzen auch mal schnell aufkauft, ein ähnliches Konzept hat.
Apple als INC. und nicht mehr als Computers sagt schon einiges aus.

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