Ein 19 Zoll Serverschrank und darin ein Mac Pro als Server, der sich beim Ausliefern von Dateien und Verwalten von Stundenlisten ziemlich langweilt.
Unser Redaktionsserver wird zum Videorekorder und TV-Streamer im Netzwerk. Einen Sat-Anschluss gibt es bereits im Serverraum.

EyeTV Sat ist im Gegensatz zu allen anderen Fernsehempfängern von Elgato kein USB-Stick, sondern kommt als kompakte Box mit drei Anschlüssen daher: Sat-Kabel, USB und Stromanschluss. Außerdem liegt dem Paket eine CD mit der gleichnamigen Software EyeTV 3 bei. Letztere verschwindet schnell im CD-Laufwerk des Rechners, der EyeTV Sat Receiver findet seinen Platz direkt neben dem Rechner.

Beim ersten Start von EyeTV fragt die Software nach einer Seriennummer, danach geht alles fast automatisch: EyeTV Sat wird automatisch erkannt, ein kostenloses Jahresabo für die digitale TV-Zeitschrift tvtv kann konfiguriert werden, der Sendersuchlauf kann beginnen. Tipp: Wer einen Dual- oder Twin-LNB sein Eigen nennt, kann nacheinander im Feld "Dienst" erst den einen Satelliten auswählen und nach erfolgreicher Sendersuche den zweiten. Später gibt es das gleiche Dropdown-Menü unterhalb der Senderliste. So lässt es sich komfortabel zwischen zwei Satelliten hin und her schalten. Die Suche für 1262 Astra-Sender ist nach 9:23 Minuten abgeschlossen, die iPhone Stoppuhr zeigt nach der Hotbird-Sendersuche 8:47 Minuten auf dem Display (277 Sender). Danach noch zwei Klicks und auf dem Servermonitor läuft zum ersten Mal ein Fernsehbild in gestochen scharfer Qualität.

Gestochen scharf ist das Bild und vor allem riesig. Denn was da flimmert ist unsere gute alte ARD in HD-Qualität. Denn auch hochauflösendes Fernsehen bringt EyeTV Sat auf den Rechner. Auch Pay-TV wäre über den integrierten CI-Slot möglich. Lediglich die HD-Sender der großen privaten Anstalten wie RTL, Sat 1 und Pro 7 bleiben dunkel – die haben sich für den Standard HD+ entschieden und der wird von den wenigsten Receivern unterstützt. Dieser Minuspunkt geht jedoch auf das Konto der Privaten, denn kompatible Standards sehen anders aus.

Ist EyeTV einmal gestartet und die Funktion "EyeTV for iPhone/iPad" in den Einstellungen aktiviert, so findet sich in der Bonjour-Liste von Safari ein neuer Eintrag in der Rubrik Webseiten: "EyeTV <Name des Rechners>". Beim Start unseres Tests war noch Safari 4 aktuell und über den ließ sich nach einem Klick auf die Bonjour-Webseite (Lesezeichen-Icon > Sammlungen > Bonjour) komfortabel durch das Aufnahmearchiv navigieren und auch Fernsehschauen am Mac war kein Problem. Unter Safari 5 passiert leider gar nichts mehr. Hier wird Elgato hoffentlich in Kürze mit einem Update Abhilfe schaffen.
Was unter Safari 4 auf dem Mac noch vorzüglich funktionierte ist eigentlich eine Funktion, die für das iPhone gedacht ist. Für 4,99 Euro bietet Elgato die passende App dafür an. Die heißt – leicht verwirrend – auch „EyeTV“ und bietet neben Live-TV (nur im WLAN) und dem Filmarchiv auch eine elektronische Fernsehzeitschrift (EPG) sowie einen Überblick über die geplanten Aufnahmen an. Wer auf die letzten beiden Funktionen verzichten kann, der schickt sich einfach die Bonjour-Adresse aus Safari per Mail auf sein iPhone. Denn in der mobilen Safari Version funktioniert die digitale Glotze nämlich weiterhin.
Und wem der TV-Stream ins lokale Netz nicht reicht, dem gibt der Service "MyEyeTV" die Möglichkeit, den TV-Empfänger am Mac auch von unterwegs anzuzapfen. Und das sogar kostenfrei. Vorab ist jedoch eine Registrierung bei Elgato notwendig, über deren Server das iPhone die Verbindung zum heimischen Rechner herstellt.
Wer die Möglichkeiten von EyeTV Sat (und von allen anderen Elgato-TV-Empfängern) noch weiter ausreizen möchte, für den gibt's noch eine Hard- und eine Software-Erweiterung, die aus dem Sat-Empfänger am Server oder auch am heimischen Mac eine multimediale eierlegende Wollmilchsau machen.
Die Software heißt Eyeconnect und sorgt dafür, dass alle aufgezeichneten Sendungen auch auf einem dlna/UPnP-fähigem Fernseher oder Media Player über die Mattscheibe flimmern. Im Test fand unser Panasonic-Fernseher zwar die TV-Sendungen, konnte sie jedoch leider nicht wiedergeben. Ob das am Fernseher oder an Eyeconnect liegt – schwer zu sagen. In jedem Fall lohnt es sich, vor dem Kauf die voll funktionsfähige Testversion herunter zu laden und mit dem eigenen Fernseher zu testen. Funktioniert Eyeconnect tadellos, kostet die Vollversion nach Ablauf von 30 Tagen 49,95 Euro.

Add-On Nummer zwei ist der "Turbo.264 HD" für 149,95 Euro. In dem kleinen USB-Stick verbirgt sich ein spezieller Prozessor, der nur eines kann, aber dafür richtig schnell: Videos in H.264 umwandeln. Das beschleunigt zum Winen die Konvertierung von Aufzeichnungen, zum anderen kann EyeTV beim Streamen auf iPhone oder iPad die Qualität der zu Verfügung stehenden Bandbreite dynamisch anpassen. Das sagt zumindest die Herstellerwebseite. Mangels Testgerät können wir hier keine unabhängigen Werte liefern.
Bereits kurz nach dem Sendersuchlauf vergisst man, ob das Fernsehbild in EyeTV über DVB-T, via Satellit oder auf welchem Weg auch immer in den Mac findet. Ganz Apple-like funktioniert es einfach. Wenn Elgato dann noch etwas deutlicher auf die Twin-LNB-Funktion hinweisen würde, hätten wir die auch schon früher im Test entdeckt und nicht erst durch Zufall.
Die Konvertierung der Aufnahmen zur Wiedergabe auf iPad oder iPhone in H.264 dauert selbst auf unserem 2.66 Quad Core Intel Xeon mit 8 GB RAM gefühlt ziemlich lange. Hier setzen wir den Turbo.264 HD auf unsere nächste Wunschliste. Außerdem stünde EyeTV ein automatisierter DivX-Export gut zu Gesicht.
Der Preis von 199,95 Euro ist hoch verglichen mit Sat-Receivern für den Fernseher. Bei diesem Preis hätten wir uns ein schwereres und stabiler anmutendes Gehäuse gewünscht, das schon in der Hand stärker den Qualitätsanspruch der Software vermittelt. Andererseits steht EyeTV Sat nach der ersten Installation stabil auf dem Mac Pro, unter dem iMac oder neben dem Mac mini. Die inneren Werte versöhnen dann doch noch mit dem Preis. Denn im Gegensatz zu den zu Anfang erwähnten Sat-Receivern funktioniert die Lösung von Elgato einfach. Und deswegen lieben wir ja schließlich unsere Macs, oder?
EyeTV Sat würde eurem Mac gut zu Gesicht – oder besser: zu Bildschirm – stehen, aber leider spielt das Portemonaie nicht mit? Dann habt ihr jetzt und hier die Möglichkeit, ein EyeTV Sat von Elgato zu gewinnen. Einfach diesen Artikel eifrig ins Netz socializen: bloggen, twittern, bookmarken, facebooken, taggen, mein- oder studi-vzen, oder was auch immer – alles ist erlaubt. Schickt uns dann einen Screenshot oder Link als Nachweis und wir werden am 12. Juli den Gewinner aus dem großen Topf ziehen. Wie bei allen Gewinnspielen gilt: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir drücken euch die Daumen.
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