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13.12.2007 - 17:22 - Richard Joerges

Grundlagen: Drucken mit CUPS unter Mac OS X 10.5 Leopard

Die Startseite des Common Unix Printing Systems CUPSEine der vielen kleinen und deshalb wenig beachteten Neuerungen von Leopard versteckt sich tief im System: Statt mit CUPS 1.1 druckt das neue Mac OS X mit der Version 1.3 (genauer 1.3.3 seit dem letzten Update). Für uns Normaleruser ist der offensichtlichste Unterschied zur unter Tiger verwendeten Version, dass es jetzt eine deutsche Benutzeroberfläche gibt. Ausserdem ist das grässliche Hauptmenü (rosa Schrift auf beigebraunem Untergrund) verschwunden.

Aber was ist eigentlich CUPS?

CUPS (Common Unix Printing System) ist eine Client-Server-Anwendung, die für das Drucken auf den meisten Unix/Linux-Systemen und eben auch Mac OS X zuständig ist. Es wird automatisch beim Systemstart als Daemon gestartet. Wenn Sie etwas drucken wollen, dann schickt das jeweilige Programm (als Client) einen entsprechenden Befehl an CUPS (den Druck-Server), das wiederum die ankommenden Daten für den jeweiligen Drucker aufbereitet und ihn danach ansteuert.

CUPS ist gleichzeitig ein Netzwerkdienst, kann also auch Druckaufträge von anderen Computern annehmen. Zum Beispiel, wenn Sie in Systemeinstellungen/Sharing Ihren Drucker freigegeben haben. Für Profis und Systemadministratoren ist ausserdem wichtig, dass CUPS das Internet Printing Protocol oder kurz IPP unterstützt. IPP ist eine Erweiterung von HTTP 1.1 (dem Internet-Protokoll). Dadurch können beispielsweise Druckaufträge über TCP/IP gesendet werden.

Wichtig ist das in Zusammenspiel mit dem SMB- bzw. CIFS-Protokoll in heterogenen Netzwerken. Damit lassen sich Drucker von verschiedenen Rechnern aus ansteuern und andere raffinierte Dinge tun. Beispielsweise Druckaufträge bei Auslastung eines Druckers auf andere Drucker weiter leiten.

CUPS über den Web-Browser bedienen

Das tolle an CUPS ist, dass es auch einen Web-Server integriert hat. Damit lässt es sich über jeden beliebigen Browser bedienen. Sie erreichen es über den Port 631 auf dem localhost (Ihrem Rechner). Dazu geben Sie einfach die entsprechende IP (immer 127.0.0.1) und ein per Doppelpunkt angehängtes 631 in die Adresszeile Ihres Browsers ein:

127.0.0.1:631

Alternativ geht auch:

localhost:631

Sicher, die meisten Druckfunktionen und Einstellungen können Sie auch über den Drucken-Dialog bzw. Systemeinstellungen/Drucken & Faxen erreichen. Doch es gibt Situationen, da möchten Sie lieber direkt und ohne Umwege Zugriff auf die Druckfunktionen und die Druckerwarteschlange haben. Sie können über die CUPS-Oberfläche Drucker hinzufügen, diverse Druckeinstellungen ändern oder die Warteschlange bearbeiten.

Drucker-Installation unter CUPSAusserdem ist es wunderbar geeignet um beispielsweise einen neuen USB-Drucker zu installieren. Den Drucker einfach anschließen und einschalten. Danach CUPS wie oben beschrieben starten und auf Verwalten klicken. Gegebenenfalls müssen Sie sich jetzt per Benutzernamen und Passwort authentifizieren. Anschließend klicken Sie auf "Neue Drucker suchen". Nach einer Weile hat CUPS den neuen Drucker gefunden und Sie können Ihn mit "Diesen Drucker hinzufügen” installieren.

Ein anderes schönes Feature ist die von CUPS ausgegebene Testseite. Diese ist unter Umständen informativer als die Standard-Testseite, da sie auch einen Farbkreis und einen Siemensstern (etwa zur Beurteilung der Auflösung) ausgibt. In der neuen Version 1.3 druckt sie ausserdem auch einen Grauverlauf und eine Zoll- und Zentimeterskala. Leider ist der Test-Ausdruck immer noch nicht an das DIN-A4-Format angepasst. Statt dessen wird im amerikanischen Letter-Format gedruckt, weshalb auf der rechten Seite ein paar Millimeter fehlen.

Fortgeschrittene Anwender haben über die CUPS-Oberfläche noch weitere Einstellungs- und Steuermöglichkeiten. So lässt sich beispielsweise die “Entfernte Verwaltung” aktivieren oder die Kerberos-Authetifizierung einschalten. Letztere ist übrigens eine der Neuerungen der CUPS-Version 1.3. Damit ist sicheres Drucken über eine ungesicherte TCP-Verbindung möglich, also etwa über das Internet.

Zum CUPS-System gehört auch eine umfangreiche Dokumentation, die Sie über die CUPS-Startseite erreichen. Weitere Informationen gibt es auf der CUPS-Homepage und natürlich bei Apple.

Bonus-Info: CUPS ist seit der Version 10.2 aka Jaguar Bestandteil von Mac OS X. Seit Juli 2007 gehört CUPS Apple und dessen Macher Michael Sweet ist Angestellter unseres liebsten Computer-herstellers. Apple besitzt zwar nun alle Rechte am Quellcode, gibt CUPS aber nach wie vor unter der GPL-Lizenz frei.

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Kommentare - 1 von 1

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IPP hat nicht sehr viel mit TCP/IP zu tun

19.01.2008 - 22:59 - (mra)

Zitat: "IPP ist eine Erweiterung von HTTP 1.1 (dem Internet-Protokoll). Dadurch können beispielsweise Druckaufträge über TCP/IP gesendet werden."

Das ist so leider nicht ganz richtig. HTTP ist ein Protokoll, das im allgemeinen auf das Protokoll TCP/IP aufsetzt. Allerdings könnte ich HTTP auch auf UDP/IP oder sonstwas laufen lassen ...
Andersherum: ich kann auch ohne HTTP Druckaufträge vom Mac aus über TCP/IP laufen lassen. Das passiert zum einen schon mit SMB, welches auf TCP/IP aufsetzt (früher war das bei Windows nicht der Fall, heute macht das selbst Windows so), zum Anderen kann ich auch per LPR-Protokoll Druckaufträge abschickten - auch das läuft auf TCP/IP.

Natürlich: Das ganze wird nur interessant, wenn man einen Druckerserver (Router, anderer Rechner, oder "echter" Printserver) im Netz am laufen hat. Läuft ein Router oder Printserver, empfehle ich hier LPR (auch wenn das nicht im Handbuch steht, die meisten können es), bei einem Windowsrechner ist SMB das Beste (oder soll ich sagen: das Problemloseste? WinServer kann meines Wissens auch LPR, mit Tricks). Wenn man Macs druckermäßig miteinander verbinden will, wird das vermutlich über IPP gemacht, wer es genauer wissen will, geht eben direkt wie oben beschrieben in die CUPS-Oberfläche und kann dort den Zielrechner mit dem Drucker adressieren.

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