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27.10.2007 - 14:20 - Richard Joerges

Erste Schritte mit Mac OS X 10.5 Leopard

Es ist vollbracht. Kaum zwei Stunden nach der Anlieferung ist Leopard auf meinem Powerbook G4 installiert. Das Update lief problemlos ab. Doch dann, beim erstmaligen Neustart der Schock: Kernel-Panik.

Also erst einmal tief durchatmen, Rechner ausschalten und neu starten. Alles scheint zu klappen, der Anmelde-Dialog erscheint, das Leopard Welcome-Fenster kommt und dann... geht nichts mehr. Das heißt der Finder reagiert nicht. Zum Glück funktioniert das Dock und dort habe ich die Aktivitätsanzeige. Sie zeigt, dass die Prozessorlast bei bis zu 100 Prozent steht.

Schuld daran sind die beiden Prozesse mds und mdworker. Das heißt: Spotlight indiziert die Platte neu, der Leopard-Metadaten-Importer arbeitet auf Hochtouren und mein mittlerweile doch arg schwachbrüstiges Powerbook G4 ist damit so beschäftigt, dass nichts anderes mehr geht. Also heißt es zunächst einmal warten. Spotlight meldet "noch ungefähr 3 Stunden". Na gut... dann warte ich halt.

Dann ist Spotlight endlich fertig, ober es geht immer noch Nichts, der Finder reagiert nicht. Also noch einmal ein Neustart und siehe da, alles funktioniert bestens. Warum das alles so holprig lief, könnte an verschiedenen Gründen liegen.

Zunächst einmal habe ich keinen Clean-Install gemacht, sondern das Betriebssystem lediglich aktualisiert. Nicht unbedingt eine gute Idee, wenn der Rechner, so wie mein Powerbook, randvoll ist (10 GByte freier Festplattenspeicher) und unzählige Programme installiert sind. Viele davon natürlich als Startobjekte. Was ich allerdings schon gemacht habe, ist alle Rechte zu reparieren und sämtliche Log- und Cache-Dateien zu löschen.

Der andere Grund für den holprigen Start könnte sein, dass sich mein 1,5 GHz G4 mit einem GByte RAM am unteren Ende des für Leopard notwendigen Leistungsspektrums bewegt. Allerdings muss ich auch wieder sagen, dass jetzt, nachdem die Installation abgeschlossen ist, Leopard ausgesprochen flüssig läuft. Ich mag mich täuschen, aber die Reaktionszeiten scheinen mir sogar etwas besser zu sein, als zuletzt bei Tiger. Sogar Coverflow läuft einigermaßen flüssig. 

Und wie fühlt sich Leopard an? 

Sehr gut! Alles scheint bislang zu funktionieren. Bislang habe ich keine Inkompatibilitäten entdeckt. Einzig das Dock-Icon von iGTD ist verschwunden, doch das konnte ich schnell beheben. Wie erwartet wurden alle vorherigen Einstellungen übernommen, E-Mail und Netzwerk funktionieren.

Was die Optik betrifft, bin ich mir noch nicht sicher ob mir alles gefällt. Das Metallgrau in den Menüleisten stört mich sogar. Das frühere Weiß war deutlich freundlicher. Sind mehrere Programme geöffnet, wirkt der ganze Bildschirm wegen des vielen Graus dunkler als bei Tiger.

Auch die neuen Ordner-Icons wollen mir nicht so recht gefallen. Aber vermutlich gewöhnt man sich daran recht schnell. Dafür gefallen mir die neuen Menüs mir den abgerundeten Ecken und auch der Finder und viele andere Programme, etwa das Adressbuch haben deutlich gewonnen. 

Meine liebstes neues Feature in Leopard 

Meine Lieblings-Funktion des neuen Mac OS X ist eindeutig Spaces. Endlich, nachdem schon zig Jahre seit der ersten OS-X-Version vergangen sind, gibt es auch auf dem Mac virtuelle Desktops. Unweigerlich fragt man sich, warum das so lange gedauert hat. Schließlich gibt es das bei jeder noch so windigen Linux-Distribution von Anfang an. Jetzt erst ist Mac OS X für mich ein echtes UNIX-System. Fehlt nur noch, dass man per Funktionstaste weitere TTYs starten kann und nicht den Umweg über Fast-User-Switching gehen muss...

Apropos UNIX: Auch in anderer Hinsicht ist Mac OS X erstmals in die Riege echter UNIXe aufgestiegen. Leopard ist nämlich jetzt ganz offiziell als Open Brand UNIX 03 registriert. Will heißen: Es kann auch dort eingesetzt werden, wo volle UNIX-Kompatibilität benötigt wird. Aber das nur so am Rand nebenbei. (Auch wenn ich das geekmäßig ganz toll finde..)

Zurück zu Spaces. Virtuelle Desktops sind wie gemacht für mich. Ich tendiere dazu zig Programme und Dokumentfenster gleichzeitig offen zu halten. Spaces bringt jetzt endlich Ordnung auf meinen Desktop, denn ich kann die vielen Fenster sinnvoll auf verschiedene Desktops verteilen und blitzschnell hin- und herschalten. Allerdings - und das ist wirklich nicht zu Ende gedacht - fehlt mir die Möglichkeit offene Fenster von einem virtuellen Desktop zum nächsten zu schieben, wie es unter Linux bei Gnome und KDE möglich ist.

Update: Ok, Letzteres nehme ich zurück! Leser slackstar hat mich auf die Taste F8 aufmerksam gemacht (siehe Kommentare). Wie immer ist bei Apple alles einfacher als man denkt..., man kann also sehr wohl Fenster von einem virtuellen Desktop in den anderen schieben.

Immerhin: Man kann definieren, in welchem virtuellen Desktop ein Programm automatisch angezeigt wird. Das heißt, man ordnet beispielsweise Safari dem Desktop Nummer Zwei zu. Startet man anschließend das Programm, landet es automatisch dort.

In die gleiche Richtung geht für mich das Stacking bzw. die Stapel. Zwar konnte man schon vorher Ordner in das Dashboard schieben und dort die Inhalte anklicken, jetzt geht es auch dank Quickview wesentlich besser.

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Kommentare - 2 von 2

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In Sachen Spaces

27.10.2007 - 15:31 - (slackstar)

Hallo Richard,

du schriebst "fehlt mir die Möglichkeit offene Fenster von einem virtuellen Desktop zum nächsten zu schieben" - schon mal die Taste F8 gedrückt? Macht eigentlich genau das, was du zu vermissen scheinst. ;-)


Fenster verschieben

28.10.2007 - 11:40 - (Padawan)

Man kann auch Fenster verschieben, indem man sie packt, an den Rand fährt und kurz wartet. OS X wechselt dann den Space und voila. Ist allerdings visuell nicht so gut sichtbar wie z.B. mit Beryl, da die Menübar und das Dock ja statisch bleiben.

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