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02.07.2007 - 11:08 - Michael Hülskötter

Der Tag nach dem iPhone-Wochendende

Apple iPhone (Foto: Apple)Seit Freitag 18.00 Uhr wird das Apple iPhone offiziell in den USA verkauft. Der erwartete Run auf das stylishe Handy war da, hielt sich dann aber alles in allem doch in Grenzen. Zwar bildeten sich zumindest vor den prominenteren Apple-Stores - etwa dem am Central Park in New York - medienwirksame Schlangen, doch ausverkauft ist es nicht.

Kein Wunder, ist es doch sowohl in allen rund 200 US-Apple-Stores zu haben, als auch in den zirka 1.800 AT&T-Telefonläden. Und da es in den USA so gut wie keine Mall ohne das eine oder andere und manchmal sogar ohne beide gibt, waren Versorgungsprobleme eigentlich von Anfang an ausgeschlossen.

Trotzdem, ein Verkaufsschlager ist das iPhone auf jeden Fall (Update: Reuters meldet 525.000 verkaufte iPhones). Auch wenn mir scheint, dass ein beträchtlicher Teil der Apple-Handys an Journalisten ging, die vor allem eines hofften: Einen Verriss schreiben zu können. Doch oh Wunder! Etwas wirklich Negatives konnte keiner finden im Gegenteil. Die Urteile sind durchweg positiv. Da sich das aber nicht gut verkauft, versucht es die Presse mit Überschriften wie „Revolution mit Macken“ (Spiegel Online) oder „Kultgerät mit kleinen Tücken“ (FTD Print-Ausgabe). Schließlich muss es doch ein Haar in der Suppe geben.

Die Macken und Tücken sind laut Spiegel Online der fehlende Flash-Player sowie der propriätere Kopfhöreranschluß. Die FTD behauptet, dass man beim Telefonieren bei Umgebungslärm selbst bei voller Lautstärke kaum etwas verstehen würde. Außerdem meint der FTD-Autor, die Touchscreen-Eingabe sie für geübte SMS-Schreiber langsamer als die Tastatur eines herkömmlichen Handys. Ich vermute aber, dass die meisten User, zumindest die Erwachsenen mit der iPhone-tastatur doch schneller sein werden.

Die echten Macken

Ansonsten sind die die ersten Urteile fast schon überschwänglich. Zeit also, nach den wirklichen Macken zu suchen. Der fehlende Flash-Player ist tatsächlich ärgerlich. Es bleibt nur zu hoffen, dass Adobe diesen bald nachliefert. Für den propriäteren Stecker gibt es einen Workaround mit Hilfe eines Adapters. Wobei der Anschluss übrigens gar nicht wirklich proprietär ist. Es handelt sich um einen Standard-Miniklinken-Stecker, der allerdings zu eng geschnitten ist für die meisten Kopfhörer.

Einige wesentliche Probleme hat aber kaum jemand bislang angesprochen. Da wäre beispielsweise der fehlende Instant Messanger. Nicht einmal iChat gibt es. Auch das iPhone-Safari hat seine Tücken. So fehlt Java-Unterstützung genauso wie RSS. Und noch ein Problem: To-dos werden offenbar nicht synchronisiert und Notizen vom iPhone nicht auf den Mac bzw. PC übertragen. Für professionelle Outlook- bzw. Entourage-Nutzer kaum zumutbar.

Wer mehr darüber wissen möchte, was das iPhone kann und was nicht, dem sei die neueste FAQ des New York Times Kolumnisten David Pogue ans Herz gelegt.

Tipp: Wer glaubt das iPhone wäre filigrane und entsprechend anfällige Technik, sollte sich mal das Video vom Falltest der PC-World ansehen. Das Ding überlebt problemlos mehrere Stürze aus Kopfhöhe auf Beton.

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