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06.01.2010 - 11:55 - Lars Heidemann

Google stellt Smartphone Nexus One vor

Google stellt Smartphone 'Nexus One' vor.

Hier die Fakten:

1GHz Qualcomm-Prozessor
3,7" Display, 480x800 Pixel
5 Megapixel Kamera (Blitz)
512 MB RAM
512 MB Flash Memory
SD Card-Slot (inkl. 4GB Karte)
Android OS 2.1

Google greift das iPhone an

So titelt das Handelsblatt. Das setzt natürlich voraus, dass man einen würdigen Gegner hat. Es ist erstaunlich, dass Apple es wieder einmal geschafft hat Maßstäbe zu setzen.
Google ist kulturell anders gestrickt als Apple, dies kann Vor- und Nachteil zugleich sein.

Apple bringt Produkte nur dann auf den Markt, wenn diese von Steve als (nahezu) perfekt angesehen werden. Keinen Tag früher. Zur Not muss man eben die angekündigte Einführung verschieben.

Google hingegen entwickelt Produkte organischer. Das soll nicht heißen, dass diese wie Obst erst beim Kunden reifen. Vielmehr betrachtet Google die Welt als Spielwiese und die Anwender als Kinder. Das zur Verfügung gestellte Spielzeug soll Spaß machen, perfektionieren kann man es dann immer noch.

Den Hintergedanken kann man bei Google nur erahnen, denn alle Geschäfte, die neben dem Betrieb der Suchmaschine mit all seinen Werbeeinnahmen laufen, machen nur einen kleinen Prozentsatz des Umsatzes aus. Google probiert einfach aus und hat genügend Spielgeld dafür. Man könnte fast sagen, dass Google das neue Microsoft ist (Bill Gates hat dies ähnlich auch einmal geäußert).

Die Revolution bleibt aus

"Googles Handy Nexus One enttäuscht", schreibt die F.A.Z. und bezieht sich damit auf die Frage eines Journalisten, der bei der Vorstellung des Nexus One folgende Aussage traf: "Ihr Jungs von Google seid für die Revolutionen zuständig. Wo ist das Nexus One eine Revolution?". Vielleicht war der Journalist überzeugter iPhone Anwender. Vielleicht liegt die Erwartungshaltung aber durch das iPhone so hoch, dass diese nur schwer übertroffen werden kann. So bleibt vielen Herstellern nur Häme für ihr "Me too" Produkt, so innovativ diese auch sein mögen.

Denn die harten Fakten sprechen für das Google-Phone. Es besitzt den schnellsten Prozessor auf dem Markt der Smartphones und es hat das beste Display.

Google setzt auf Open Source und stellt das Betriebssystem den Herstellern zur Verfügung. Im Gegensatz zu Apple zeigt man sich hier offener und senkt damit natürlich auch die Kosten bei der Eigenentwicklung von Hardware oder Software-Anpassungen.

Etwas untergegangen ist die Möglichkeit der Spracherkennung beim Nexus One, die es z.B. ermöglicht Spracheingaben zu tätigen. E-Mail werden einfach diktiert, statt über eine wie auch immer geartete Tastatur eingegeben.

Apple hat hier ebenfalls einen ersten Schritt in die Richtung unternommen, es scheitert aber, wie bei allen Spracherkennungsdiensten an der Unterscheidung der unterschiedlichen Sprachen. So kann man englische Interpreten auf einem deutschen iPhone nur mühsam ansteuern, umgekehrt ist es ähnlich.

Ich frage mich allerdings, ob ich die Spracheingabe wirklich möchte. Denn in der Öffentlichkeit tippe ich meine Nachrichten an den Empfänger lieber, als diese laut in mein Telefon zu diktieren. Ein bisschen Privatsphäre darf es trotz Social Networks und Big Brother ruhig noch geben. 

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