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21.09.2009 - 17:54 - Fabian Hüttenhoff

Der große Wirr-Warr um T-ethering

Es sind nun schon ein paar Monate ins Land gezogen, seitdem Apple auf der WWDC ´09 Tethering zusammen mit dem iPhone OS 3.0 vorstellte. Theoretisch könnte die Funktion, die es iPhone-Besitzern erlaubt, die mobile Internetverbindung mit ihrem Laptop via Bluetooth oder USB zu teilen, längst eine alltägliche Bequemlichkeit sein. Leider entscheidet darüber in diesem Fall nicht Cupertino, sondern ein kundenfreundlich orientierter Mobilfunkanbieter aus Bonn, der hierzulande das iPhone exklusiv vertreibt.

Entscheiden bedeutet in diesem Fall, dass man in der Zentrale von T-Mobile fieberhaft an einer Lösung arbeitet den iPhone-Kunden über zwei Vertragsgenerationen hinweg jeden Monat 20 zusätzliche Euro vom Konto abzubuchen. Die Problematik dahinter ist die, dass iPhone-Benutzer ohnehin ein überdurchschnittliches Datenvolumen haben. Mit der Tethering-Option wird es noch einfacher dieses Volumen in die Höhe zu schrauben. Die Netze sind überlastet und die Netzbetreiber wollen die Kosten natürlich nur ungern selbst tragen.

Die glücklichen T-Mobile-Kunden, die seit dem 1. März in den Genuß eines sogenannten Vertrages der 2. Generation kommen, sind dabei kein Problem. Als sich die Tethering-Funktion am Firmament abzeichnete, stampfte man die alten Verträge ein und erweiterte die neuen um die Klausel, die es dem Kunden verbietet sein iPhone als Modem zu nutzen. Bei Telekom-Sprecher v. Schmettow klingt das dann so:

"Die Anwendung des Datenvolumens auf Datenkarten, USB-Sticks, Surfboxen oder Embedded Notebooks bleibt ausgeschlossen. Es darf nur mit einem Handy ohne angeschlossene oder drahtlos verbundene Computer genutzt werden, auch BlackBerry APNs sind ausgeschlossen."

Wer nun Tethering mit einem Vertrag der 2. Generation nutzen will, muss die erwähnten 20 Euro Aufpreis zahlen und bekommt dafür zusätzliche 3GB zum bereits im Tarif enthaltenem Inklusivvolumen. Aber noch nicht jetzt, denn ein Update der Netzbetreibereinstellungen muss über iTunes bereitgestellt werden und dafür liegt T-Mobile noch "kein genauer Termin" vor. Wahrscheinlich Morgen, oder Freitag.

Jetzt mag es noch einigermassen einfach sein den Überblick zu behalten, aber keine Sorge! Wir haben ja noch die iPhone-Kunden mit den Verträgen der 1. Generation. In deren Nutzungsbedingungen ist eine Modemnutzung nicht ausdrücklich verboten, das iPhone wurde lange Zeit sogar zusammen mit der Multi-SIM-Option vermarktet: Nicht Wenige haben eine zusätzliche SIM-Karten und einen HDSPA-Stick erstanden, der es zum Beispiel ermöglicht mit einem MacBook über den iPhone-Tarif zu surfen.

Als Apple iPhone OS 3.0 zur Verfügung stellte, hieß es bei T-Mobile "man arbeite an einem Tethering-Angebot". Erste Entwürfe sahen vor, Kunden der 1. und 2. Generation gleich zu behandeln: Jeder sollte 20 Euro zahlen, und so weiter. Das schien aber vertragsrechtlich nicht einwandfrei zu sein, zudem wurden viele Stimmen laut, die ihrem Unverständniss Luft machten: Wofür 20 Euro zahlen für etwas, das einem vertraglich zusteht und lediglich ein kleines Profilupdate benötigt, um eine Funktion freizuschalten die grundsätzlich implementiert ist?

Ende August nährte T-Mobile dann Hoffnung bei Kunden der 1. Generation, als ein Telekom-Sprecher gegenüber fscklog.com bestätigte: "iPhone-Kunden mit Complete-Verträgen der 1. Generation können Tethering ihrem Vertrag entsprechend kostenfrei nutzen, ohne die Zusatz-Option "Modem-Nutzung" buchen zu müssen."

Man kann ja immernoch die zweite Vertragsgeneration melken. Sobald das iPhone 3GS wieder in ausreichenden Stückzahlen lieferbar ist, sollten die eh die Hauptmasse der iPhone-Nutzer darstellen. Doch zwei Wochen später ruderte man in Bonn zurück und "hat sich entschieden, die Option Modem-Nutzung ausschließlich für Kunden der aktuell vermarkteten Complete-Tarife anzubieten".

Damit gucken T-Mobile Vertragskunden, die ihren Tarif bis zum 28. Februar 2009 abgeschlossen haben, erst mal dumm aus der Wäsche. Wer das Update auf iPhone OS 3.1 vollzogen hat, kann dank dem aktualisierten T-Mobile-Profil auch nicht mehr durch im Netz kursierende Profile von Drittanbietern auf die Tethering-Funktion zugreifen.

Nun regt sich verständlicherweise Widerstand im Netz, von der Facebook-Gruppe bis zur Klage ist dabei alles vertreten. Fraglich ist, wie erfolgsversprechend das Ganze ist, aber Druck auf T-Mobile auszuüben kann in diesem Fall nicht falsch sein.

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