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03.09.2008 - 09:03 - Dirk Kirchberg

Die verchromte Krake

Ich geb's ja zu – ich habe auch ein Google Mail-Konto. Und das nutze ich täglich. Und ja, ich weiß, was Google alles so treibt mit den Mails, die dort auflaufen. Ich weiß auch, dass Google alles indiziert, analysiert und letztlich damit das Mächtigste in den Händen hält, das es gibt: Informationen. Und dennoch nutze ich gern Google Mail und Calendar.

Ich bin also wahrscheinlich ein Frosch, der in einem Topf sitzt, und bei dem langsam die Temperatur hochgedreht wird. Und bisher gefällt's mir. Angenehm warm. Das dürfte genau das Problem sein: Google ist ein Monopolist, keine Frage, und Google will das mächtigste Unternehmen der Welt werden – wenn es das nicht schon längst ist.

Und wie schafft das Google? Mit Services, die kostenlos sind und dazu richtig nützlich. Nun stellten sie gestern einen eigenen Browser vor mit Chrome, den wir hier in der Redaktion noch nicht testen konnten, weil er bisher nur als Beta für Windows vorliegt. Aber die Gemeinde scheint zufrieden. Der gestern bereits verlinkte Comic gewährte ja einen Einblick in das Konzept von Chrome. An manchen Stellen wollte ich mir an die Stirn schlagen und "Na klar" rufen. Und ich bin nur ein DAU…

Walt Mossberg durfte den Browser natürlich schon eine Woche vor offiziellem Start testen. Sein Fazit: Schick, nicht so schnell wie angegeben, aber mit verdammt viel Potential.

Was ist also von Chrome und seinem Hersteller zu halten? Der Browserkrieg ist wieder offen. Der Kampf lautet nun Google vs. Microsoft vs. Apple. Dass M$ in der Mitte steht, ist Absicht und dürfte am ehesten der Denke der Beteiligten entsprechen. Was bringt uns das? Schnelle Innovationen und Wahlmöglichkeiten. Nicht schlecht, wenn sich zum Monopol strebende Unternehmen sich gegenseitig auf Glocke geben.

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