Mich lässt diese I Am Rich-Geschichte nicht los. Ich gönne dem Typen zwar die schnellen fünf Scheine, die er mit dem Programm gemacht – ich vermeide bewusst verdient – hat. Allerdings irritiert mich, dass es tatsächlich acht Menschen gab, die dieses Kunst-Stück gekauft haben.
Was genau versprechen sie sich davon? Ansehen? Ist das Ganze ein witziger Hingucker für die Paris-Hilton-Party-Fraktion? Wahrscheinlich. Denn nur frittierte Personen lachen mit Dir über so einen Mist, während die Power-User über dich lachen.
Wie viel Geld muss man haben, damit einem rund 800 Euro respektive 1000 US-Dollar so dermaßen egal sind, dass man sie für sowas raushaut? Und dann wäre da noch die Frage, ob das Programm als Kunst durchgeht.
Kunst hat nunmal den Vorteil, dass keiner genau definieren kann, was Kunst nun ist und was nicht. Wem etwas gefällt, was ein anderer kreiert hat, kann es kaufen, und schon wechselt die Wertigkeit des Stücks von einer monetären zu einer ideellen.
Der Wert wird jetzt nicht mehr durch die Qualität der Einzelteile des Stücks bestimmt – außer vielleicht bei der Money-Serie der K Foundation –, sondern durch die Bedeutung für den Besitzer.
Allerdings gibt es sowas wie einen gewissen Konsens, was Kunst und was nicht. Viele Dinge, die einmal nicht als Kunst angesehen wurden – auch hier wäre die K Foundation zu erwähnen –, sind heute Ikonen der Kunst.
Und was bedeutet das alles für I Am Rich? Ich halte es nicht für ein Kunstwerk, eher für ein Kunststück, wenn auch kein besonders pfiffiges. Denn wenn es so schwierig wäre, Menschen Müll zu verkaufen und ihnen das Gefühl zu geben, sie brauchen selbigen unbedingt, dann wäre Windows sicherlich nicht annähernd so erfolgreich wie es nunmal leider ist.
I Am Rich oder die Kunst des Verhökerns
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