Je salziger der Preis, desto verlässlicher ist der Pawlowsche Reflex bei der wohlhabenden Käuferschicht. Frei nach dem Motto, was teuer ist, muss ja auch gut sein, wird die Kohle rausgekloppt für Sachen wie Massagen mit Pralinen oder edelsteinbesetzte Mobiltelefone.
Und wie verkauft man etwas, das keine echte Funktion außer hundertprozentiger Selbstreferentialität aufweist, möglichst teuer? Richtig, man erklärt es kurzerhand zu Kunst.
Genau das hat Armin Heinrich getan – und er war damit erfolgreich. Heinrich ist nämlich Autor des seit neuestem aus dem App Store geflogenen Programms I Am Rich. Dieses Programm zeigte nichts als einen 3D-Diamanten, der rot schimmert, und hatte für den potentiellen Käufer ein geheimes Erfolgsmantra an Bord. Das Ganze bot er für 999 US-Dollar bzw. 799 Euro an. Ein echter Schnapper also für die Paris-Hilton-Fraktion.
Und wer hätte es gedacht? I Am Rich, das mittlerweile aus dem App Store gekickt wurde, hat sich tatsächlich verkauft. Und zwar nicht nur ein- oder zweimal, sondern insgesamt achtmal! Kurz mal gerechnet: Heinrich verdiente mit I Am Rich 5.600 US-Dollar, und Apple machte einen nicht bescheidenen Schnitt von 2.400 US-Dollar.
Es haben acht Menschen auf diesem Planeten rund 1000 US-Dollar für ein Programm auszugeben, das nichts tut als der Welt zu beweisen, dass man teuflisch viel Geld zu haben scheint – und dabei strunzendoof ist. Wenn das keine Kunst ist, diedie gegenwärtige Gesellschaft erfolgreich thematisiert, weiß ich auch nicht...
iCal und Zen: Nicht heute, vielleicht morgen
Parrot AR.DRONE
Midomi – Singen fürs iPhone
Stylisher iPad Sound Table Stand für 39 Euro
Wenn Sie noch keinen Benutzernamen und Passwort haben, müssen Sie sich vorher registrieren.
Passwort vergessen?
Registrieren
Eventübersicht
Nachrichtenarchiv
Lexikon
Kontakt
Mediadaten
Impressum