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26.07.2008 - 12:45 - Dirk Kirchberg

10 Jahre "Think Different" – Was bleibt?

Vor zehn Jahren arbeitete ich neben dem Studium bei Gravis. 1998 hatte ich mir im Frühling meinen ersten Mac gekauft, einen PowerMac 6500/275. Meinen ersten Computer überhaupt. Damals gab es all diese fantastisch schönen Plakate von Apple mit Muhammad Ali, Albert Einstein, Alfred Hitchcock, etc.

Alle paar Wochen wurde die Dekoration erneuert, und wir durften die Plakate – viele noch nicht benutzt – mitnehmen. So kam ich zu einer kleinen, leider nicht vollständigen, Sammlung der begehrten Think Different–Plakate. Und dann war da dieser Katalog...

Von diesen Katalog hatten wir zwei Exemplare in der Filiale. Und außer einem Kumpel und mir wollte die keiner haben – die limitierten Edition des Think Different–Katalogs.

Der Katalog ist etwas kleiner als DIN A3. Und gleich auf den ersten Seiten grüßt den Leser: Steve Jobs. Er erklärt wofür Apple steht und was dieses Unternehmen so besonders macht.

Man sei nämlich nicht nur eine Boxen herstellende Fabrik, sondern ein Unternehmen mit Seele.

Man wolle den Menschen helfen, ihre Aufgaben besser zu erledigen. Think Different sei zu einem Merkmal der Firmenphilosophie geworden. Und das werde hoffentlich auch zukünftig so bleiben.

Auf großzügig mit viel Weißraum gestalteten Seiten präsentierte Apple im folgenden dann die einzelnen Protagonisten der Kampagne.

Auch heute noch blättere ich gern durch diesen Katalog und erinnere mich daran, wie mich 1998 das Gefühl erfüllte, eine wunderbare Entscheidung für den Rest meines Lebens getroffen zu haben. Eine Entscheidung, die mir bei der Verwirklichung meiner Träume und Vorstellungen helfen würde. Diese Entscheidung hieß damals: Mac.

Aus heutiger Sicht muss ich diese Entscheidung präzisieren: Sie lautete wohl eher Mac OS. Und mir wurde diese Entscheidung mit einer Philosophie versüßt, die ich niemals gehofft hatte, in der Welt der Wirtschaft zu finden: Eine Firma, die an die Andersdenkenden, die Kreativen, die Menschen denkt, die gern einen anderen, ungewöhnlichen Weg gehen.

Und da ich natürlich davon überzeugt war, auch ein solcher Mensch zu sein, wurde Apple für mich zum Mekka. Klingt ein wenig dick, soll aber nur verdeutlichen, wie wichtig Apple respektive der Mac in meinem Leben wurde.

Denn der Mac durchdrang mein komplettes Dasein. Ich ordnete mit ihm meine Aufgaben, erledigten meine Arbeiten und gab Ideen und Ahnungen eine Gestalt. Und das, ohne dass ich wusste, wie man eigentlich gestaltete, wie man eigentlich Layouts entwarf, wie eigentlich der übliche Gang der Dinge war. Und das war wunderbar.

Denn der Mac ermöglichte mir – und tut dies bis zum heutigen Tag –, Dinge zu tun, für die andere erst dicke Handbücher und jede Menge Expertenwissen anhäufen mussten. Ich konnte einfach loslegen, weil mich dieses Betriebssystem nicht annähernd so limitierte, wie es das weltweit umspannende Kraken-OS tat. Auch heute noch postuliere ich mit einem gewissen Stolz, dass ich niemals einen WinDoze-PC besessen habe.

Und heute, zehn Jahre nach Think Different, was ist von dieser Philosophie geblieben? Leider nicht so viel, wie ich gehofft hatte. Auch Apple ist heute in vielerlei Hinsicht ein Boxen herstellendes Unternehmen. Dass Apples Boxen dabei eigentlich immer die schönsten sind, ist nur ein kleiner Trost. Denn den rabiaten Schnitt, den Apple nach Think Different vollzog, nehme ich ihnen heute noch übel. Vielleicht ist es vorwiegend Nostalgie, die mich mit einem warmen Gefühl erfüllt, wenn ich an 1998 zurückdenke.

Und bei aller Kritik, die man Apple entgegenbringen muss als denkender Mensch, so ist das Mac OS doch immer noch das Betriebssystem für die Kreativen, die Andersdenkenden, die, die Dinge nicht so akzeptieren, wie sie sind. Gerade deswegen müssen wir kritisch mit Apple und seiner Firmenpolitik umgehen.

Eines ist natürlich klar: Auch Apple will Geld verdienen, so schnöde das auch klingt. Aber die Art und Weise, wie Apple mir bis heute hilft, mein Geld fast schon spielerisch und immer mit viel Spaß zu verdienen, unterscheidet diese Firma immer noch von allen anderen Boxenbauern.

P.S. Bevor Ihr mich mit Anfragen bombardiert: Nein, der Katalog ist nicht verkäuflich! ;-)

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Kommentare - 1 von 1

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think different

26.07.2008 - 15:32 - (claude)

danke für den sehr schönen beitrag.
In den letzten Monaten war ich oft in meiner Heimatstadt Münster.
Im Januar noch hing beim fast einzigen MAC-Händler an der Außenfassade ein Think different plakat als Fahne. Fest an die Außenmauer gedübelt. Schon immer.
Ich wollte beim vorletzten besuch fragen, ob ich die bei einem Wechsel haben könnte, aber DA WAR SAMSTAGS GESCHLOSSEN !!!!!!!!
Inzwischen ist das Plakat weg. ich hatte keine Ahnung, das das schon 10 Jahre waren.

http://www.luzargruppe.de/luzar/unternehmen/bense.php

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