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05.07.2008 - 12:43 - Dirk Kirchberg

Von tix, müx und Handy

Hier in Hannover nerven mich die Fahrkartenautomaten, müx genannt, und die Fahrkartendrucker, tix genannt. Allein die Namensgebung zeigt, dass hier besonders unwitzige Kreative am Start waren. Aber sei's drum, Namen sind eh nur Schall und Rauch. Dass müx aber mit Vorliebe nur kleinstes Kleingeld nimmt – gestern sollte ich 3,90 Euro mit 5-Cent-Stücken bezahlen –, ist das eigentliche Ärgernis.

In Köln und Bonn kann ich einfach per Handy meine Fahrkarte kaufen, in vielen Städten kann ich so auch mein Parkticket kaufen. Und an Flughäfen gibt es immer mehr Vertreter der Online-Einchecker, die – so geschah es mir – am Schalter nur noch ihr iPhone mit Buchungscode hinhalten und ins Terminal schlendern dürfen.

Warum müssen wir eigentlich im Flieger dauernd unsere Mobiltelefone ausschalten? Weil die Apparaturen so empfindlich sind, dass eine SMS die Kiste abschmieren lassen würde? Ohne wirklich Peilung von solch tieftechnischen Sachverhalten zu haben, behaupte ich mal, dass das alles nur Show ist, um den Umsatz der in vielen Flugzeugen integrierten Kreditkartentelefone zu steigern.

Heise brachte dieser Tage einen Artikel, der die Frage stellt, wann wir als Reisende unseren Urlaub ein wenig entspannter gestalten und flexibler umplanen können. Auch das alles ginge locker per Handy. Einfach mobil umbuchen, einchecken, umleiten, bestätigen. In diesem Falle passt der denglische Begriff "Handy" sogar mal: Das wäre nämlich echt bequem.

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Bloß keine Handys im Flugzeug!

05.07.2008 - 14:24 - (geropf)

Mein lieber Dirk,

der einzige Grund, heutzutage bei Inlandsstrecken zur Fortbewegung ein Flugzeug zu wählen, ist die unglaublich angenehme Ruhe, die einem Flugreisenden gewährt wird.

Ich muss - im Gegensatz zur Bahn - keinen 15-jährigen Gören zuhören, wie sich gerade ihr Sexualleben entwickelt (was der eine oder andere vielleicht als spannend empfinden mag, doch meistens geht es dann eben doch um langweiligere Themen wie doofe Lehrer oder vergessene Hausaufgaben), ich muss - im Gegensatz zur Bahn - keine blecherne, polyphone Subkulturmusik aus Handylautsprechern erdulden (früher, zu Ghettoblasterzeiten, war wenigstens der Sound der Subkulturmusik qualitativ besser, und, so deucht mich, auch die Subkulturmusik selbst hatte ein höheres Niveau), ich muss auch nicht - wieder im Gegensatz zur Bahn - die Symptome der Krankheiten ältlicher Damen erfahren, die direkt nach dem Arztbesuch ihrer noch ältlicheren Schwester mitgeteilt werden, und zwar in einer Lautstärke, als müsste die Schwester am anderen Ende des ICE direkt beschallt werden. Selbst wenn es sich um die sowohl angenehm sonore wie auch leise Stimme eines Herrn handelt, der über sein iPhone gerade mit einem Kollegen die aktuellste Keynote-Präsentation auf seinem MacBook Pro bespricht, so muss ich doch sagen: Nein danke.

Man sollte meinen, dass die Deutsche Bahn AG in ihren Fernzügen einige (natürlich so gut wie immer ausgebuchte) Keine-Telefonate-Erlaubt-Abteile führt. Aber wenn man ein einziges Mal die Strecke Hannover—Karlsruhe in einem derartigen Abteil gefahren ist, kennt man die aktuellen Charts des Jamba-Sparabos.

Persönlich bin ich für ein striktes Telefonverbot an Bord von Flugzeugen. Und in Restaurants. Im Kino. In Kneipen, und in Bahnhöfen, Flugzeugen, in öffentlichen Gebäuden, in geschäftlichen Besprechungen, in Universitäten, in Vorstellungsgesprächen, in Bierzelten und überhaupt überall da, wo auch nicht geraucht werden darf oder Rauchen unhöflich wäre.

Ach, wäre das herrlich - endlich *nicht* mehr überall erreichbar sein zu müssen.

Beste Grüße aus dem sonnigen Hannover,

Gero

PS: Parktickets gibt es auch in unserer grünen Metropole per Taschentelefon.

Insel…

05.07.2008 - 19:46 - (Kirkhill)

Moin Gero,

alles, was ich sagen will, ist: Ich hätte gern die Freiheit, die Möglichkeiten des Internets und der Kommunikation überall und immer nutzen zu können.

Wenn Du nicht mit dem Handy überall telefonieren willst, dann lass es doch einfach. ;-)

Was Du zu Subkulturmusik sagst – wobei ich nicht weiß, welches Genre Du damit meinst –, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. HipHop? Es gibt richtig guten HipHop. Bitte nicht mit diesem Gangsta-BlaBla verwechseln!

Wenn Du doch mal ein wenig cool blecherne und polyphone Subkulturmusik hören möchtest, empfehle ich Dir die Alben von Burial, die man auch im iTMS als Plus bekommt. Geniale Scheiben!

Und nun: Happy Handy! ;-)

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