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23.03.2008 - 14:27 - Dirk Kirchberg

Sind wir bei Besinnung?

Feiertage sind für mich immer eine Gelegenheit, mal durchzuatmen, die Seele baumeln zu lassen, auszuschlafen – und um mir wichtige Fragen zu stellen. Was ist in letzter Zeit passiert, bin ich auf dem Weg, den ich gehen wollte? Oder habe mich der Bequemlichkeit eines sicheren Jobs ergeben, den ich aber gar nicht machen will?

Dieses Ostern fällt diese innerliche Fragestunde fast genau mit dem Todestag meines Vaters zusammen, der vor zehn Jahren gestorben ist. Und damit gesellte sich eine weitere Frage hinzu. Wäre mein Vater zufrieden mit mir?

Ich weiß mit Sicherheit, dass er nicht sonderlich begeistert wäre, dass ich gleich zwei Studiengänge abgebrochen habe. Schließlich wollte er immer Geschichte studieren und kam nicht dazu. Dafür hat er später so viele Bücher gelesen, dass ich mir während der Schulzeit so manchen Blick ins Lexikon sparen konnte und einfach ihn frug, meist gefolgt von einem Vortrag mit Einzelheiten und Details, die mich stets in den Bann der sonst oft so staubigen Materie schlugen. Dass ich im Abi in Geschichte nur vier Punkte schaffte – und damit rund acht Punkte unter meinem alten Schnitt lag –, ist eine ganz andere Geschichte.

Umwege, so sagt ein guter Freund immer wieder, verbessern die Ortskenntnis. Das gilt für mich auf jeden Fall. Wenn ich heute sehe, was ich arbeite, und mir vorstelle, was ich dazu vor zehn Jahren gesagt hätte – es wäre ein lautes Gelächter gewesen.

Es gibt einige Träume, die ich mir gern erfüllen möchte. Aber ich dränge mich nicht, um dann vielleicht völlig verkrampft und lustlos am Ziel anzukommen. Ich lasse mir – und den Dingen – gern Zeit. Und so mancher Traum muss auch Traum bleiben, damit er nicht seine Magie verliert. Und bevor ich Euch jetzt mit Melancholie langweile, möchte ich Euch zwei Zitate mit auf den Weg geben, die sich meiner Meinung nach perfekt ergänzen. Das erste stammt aus Afrika und steht als Motto auf meiner Website:

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Das zweite Zitat stammt von Mark Twain:

In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein von den Dingen, die Du nicht getan hast, als von denen, die Du getan hast. Also mach die Leinen los, verlasse den sicheren Hafen. Fange die Passatwinde in Deinen Segeln. Erforsche. Träume.

Euch, die Ostern feiern, wünsche ich: Frohe Ostern. Allen anderen, ob anders- oder ungläubig, wünsche ich ein wenig Ruhe und eine Gelegenheit, abseits des Alltags mal wieder zur Besinnung zu kommen. Im besten Sinne des Wortes.

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Kommentare - 2 von 2

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Vielen Dank

24.03.2008 - 00:19 - (karticus)

Vielen Dank für diesen berührenden Beitrag in einem Technikportal.
Das Zitat von Herrn Twain benutze ich schon länger. Das afrikanische kannte ich noch nicht, werde aber ich bei nächster Gelegenheit mit Freude verwenden.

Viele Grüße
Konstantin

Respekt!

24.03.2008 - 20:14 - (Mac4ever)

Danke für diesen ernsthaften und sehr persönlichen Kommentar.

Man reift letztlich auch durch Trauererlebnisse. Diese Trauer ist ein Leben lang nicht abgeschlossen, auch wenn man nicht mehr darunter leidet.

Der afrikanische Spruch gefällt mir sehr!

Weiterhin viel Erfolg mit "Mackauf", die zu meinen regelmäßig angesurften Webseiten gehört.

Frohe Ostern - Hans

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