Die CeBIT ist vorbei, seit fast einer Woche, aber sie hat ihre Spuren hinterlassen. Ich war nicht besonders scharf auf diese Messe, weil ich schon vorher ahnte, dass sie mich mit nichts überraschen würde. Ich habe diese Veranstaltung zwar dann doch professionell beackert und viel gearbeitet, bis zu 15 Stunden am Tag – aber inspiriert hat sie mich nicht.
Ist es zu viel erwartet, dass es auf der größten Computermesse der Welt – wenn sie das denn noch sein sollte – ein einzelnes Produkt geben sollte, das einen in den Bann schlägt und atemlos zurücklässt? Ich denke nicht. Aber dieses Produkt gab es – für mich zumindest – nicht.
Überhaupt ist es für uns Macianer ziemlich langweilig geworden. Eine Messe in San Francisco im Januar, eine in Paris im Spetember, keine in Deutschland, und auch sonst nix in Europa. Kein Apple Deutschland-Chef, das macht der Europa-Chef, Pascal Cagni. Der hat 2004 einen schicken Aufsatz geschrieben mit dem Titel Think Global, Act European. Ob das sein Chef weiß?
Denn als Europäer hat man seit geraumer Zeit das Gefühl, dass der alte Kontinent den Guru aus dem Valley herzlich wenig interessiert. Was rauskommt, funktioniert im vollen Umfang in den USA, der Rest der Welt muss warten. iTunes Movie Rentals? Warten. iPhone mit UMTS? Warten! Europäische Stores, und zwar mehr als nur einen oder zwei? WARTEN!
Ich nutze diese Wartezeit und überlege seit Wochen, welchen Mac ich als Verstärkung fürs "Büro" kaufen soll. Das MacBook, das hier seinen Dienst versieht, ist mittlerweile auch schon fast anderthalb Jahre alt, der Audio-Out zickt manchmal mächtig rum – dauernd knackt es, und die Lautstärke wechselt von volles Brot auf stumm, um dann wieder laut zu knacken und so weiter und so fort... –, aber in den wichtigen Momenten hat mich das Gerät bisher nicht im Stich gelassen. Wie das gute alte Pismo, das jetzt im achten Jahr seinen Dienst versieht, zwar nur noch als Schreibmaschine, aber immerhin.
Und genau da beginnt mein Dilemma. Soll es ein MacBook Pro werden oder doch lieber der montrös große iMac? Mobil gegen groß, große Grafikkarte gegen kleine, 15 Zoll Display gegen 24 Zoll? Für beide Seiten gibt es schlüssige Argumente. Am einfachsten wäre es, beide Geräte zu bestellen. Aber so dick habe ich es dann doch nicht. Und was die bauliche Qualität angeht, so ist das Pismo bis heute ungeschlagen! Wie ich diese Phasen hasse, in denen man zu viel Zeit und zu wenig Geld hat, um die perfekte Lösung zu finden – als ob es die tatsächlich geben würde. Ich fliege tief durch die Beschreibungen, streife so manchen Wipfel, komme ins Trudeln, glaube, eine Entscheidung getroffen zu haben, um im nächsten Moment alles bisher Herausgefundene über den Haufen zu werfen und von vorne anzufangen.
Noch viel mehr beschäftigen mich derzeit Camcorder, SD, HD, AVCHD. Letzteres wird aus "alten" Camcordern problemlos importiert, die neuen Geräte – nehmen wir die HS9 – lassen iMovie und Final Cut am laufenden Band (welch' Ironie) abschmieren. So viel zu diesem Codec...
Dabei kann es manchmal so einfach sein. Ich bin eigentlich ein Schreiber, auch wenn ich rund sechs Jahre als Fotograf gearbeitet habe, nun nebenbei Videos fürs Netz produziere und mich als Online-Konzepter verdinge. Ich bin letztlich ein Schreiber, und entscheidend ist, was in meinem Kopf herumspukt und mich dazu treibt, etwas aufzuschreiben – eine Idee, ein Konzept, ein Satz, der richtig rockt. Das ist eigentlich alles, was wirklich wichtig ist.
Wenn es allerdings nur darum ginge, könnte ich auch noch mit meinem acht Jahre alten Pismo weiterarbeiten. Aber trotz dieses Überlegungskrampfes steht eines fest wie gerade ausgehärteter Bunkerbeton: Es muss ein Mac sein – ein PC kommt mir nicht ins Haus! Übrigens: die E-Mail-Adresse von Pascal Cagni lautet iPC@euro.apple.com. Das spricht Bände, finde ich...
P.S. Das Bild hat Sascha Aust gemacht, der um meine Mac-Liebe weiß. Sascha, ich gönne Dir Deinen EeePC. Jeder bekommt den Computer, den er verdient. ;-)
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