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26.01.2008 - 09:59 - Dirk Kirchberg

Was von der flachen Flunder bleibt

Anderthalb Wochen ist es nun her, dass Steve Jobs das dünnste Notebook der Welt präsentiert hat. Komplett aus Alu gebaut, superflach, superleicht – aber auch superkastriert. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich das Ding finden soll. Ein öffentlicher innerer Monolog.

Das muss man sich mal vorstellen: Das MacBook Air kommt ohne optisches Laufwerk daher, mit nur einem USB-Port und sonst auch recht wenig. Die Grafik ist noch schlechter als die des MacBooks – und die ist schon eine echte Frechheit. Was soll man von einem solchen Computer halten?

Natürlich verzückte His Steveness die anwesenden Macianer mit der Umschlag-Nummer. Und sicher würde sich sowas sehr gut in einer Unibibliothek oder bei einem Pitch machen, aber es ist und bleibt Show.

Ich finde es sehr merkwürdig, dass Intel es geschafft hat, den Prozessor um 60 Prozent zu schrumpfen, aber es soll keinen Laufwerkhersteller geben, der ähnliches mit dem SuperDrive vollbringen kann?! Denn sind wir mal ehrlich: Ein Notebook ohne optisches Laufwerk – auch wenn man es als Subnotebook verkauft – ist nichts anderes als eine verdammt teure Schreibmaschine, in diesem Falle mit Wlan-Zugang.

Es bleibt also, wie es immer war: Kauf niemals eine erste Generation! Warte ein wenig ab, und Apple wird nachbessern, vielleicht noch einen Port unterbringen, denn wer will schon immer einen Hub mit rumschleppen, wenn er gleichzeitig sein iPhone, die Digitalkamera und den kleinen Fotodrucker für unterwegs anschließen will?

Und was war sonst noch? Richtig: iTunes Movie Rentals. Das muss man sich auch einmal auf der Zunge zergehen lassen: Steve Jobs, größter Einzelaktionär bei Disney, schafft es, die Studiobosse in ein Boot zu holen, damit alle richtig Kohle scheffeln können. Und draußen vor den Studios stehen die Autoren und fordern zurecht, dass sie vom Geschäftszweig Internet etwas abbekommen. Nicht übermäßig viel, aber eben einen gerechten Anteil. Und wie weit die Unterhaltungsindustrie ohne gute Autoren kommt, die sich keine Sorgen machen müssen um ihre Miete, Krankenversicherung und das nächste Pfund Kaffeebohnen, sieht man ja an Shows wie Celebrity Rehab, in der versumpfte Z-Promis den Entzug versuchen und dabei auch kräftig rumschreien und randalieren dürfen. Alles, damit der Zuschauer dranbleibt...

Vielleicht wäre das eine Lösung: Wir sperren Jobs einfach mit einem MacBook Air eine Weile in einen Raum mit lauter Ethernetkabeln und DVDs und den besten Jazz-CDs, aber keinem Wlan-Zugang. Und dann soll er uns nach einer Periode der inneren Reinigung nochmals erklären, wo genau der Vorteil liegt, kein Laufwerk zu haben. Ich schaue jetzt zum xten Mal die Departed-DVD auf auf meinem MacBook. Dafür reicht die Grafik gerade. Schönes Wochenende.

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