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15.01.2008 - 10:00 - Dirk Kirchberg

Spionieren leicht gemacht

Ist das nicht wunderbar, wie besorgt der Innenminister um unsere freiheitlichen Rechte ist – die wir ruhig ein wenig beschneiden lassen sollen, damit sie noch besser beschützt werden können?

In einem offenen Brief an die Bevölkerung erklärt er in seinem Portal sein Vorhaben:

»Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger

Sie haben es sicherlich durch die Medien erfahren, dass ich einen Bundestrojaner einsetzen möchte um die freiheitlich-demokratischen Grundrechte der Bundesrepublik auch in Zukunft zu bewahren.

Wir leben in schweren Zeiten, ständig müssen wir Angst vor Terroranschlägen haben, es wird Amok gelaufen und es werden laufend neue Kinderpornos produziert.

Ich fordere: Schluss damit!

Ich habe die Wurzel allen Übels gefunden. Den Ort wo sich die Verbrecher und Terroristen verschwören und ihre Aktionen planen. Sie ahnen es sicher schon, es ist das Internet.

Daher fordere ich jeden anständigen Bundesbürger auf sich den Bundestrojaner auf seiner Onlinefestplatte bzw. seinem Computer zu installieren - denn wer nichts zu verbergen hat, der braucht sich auch keine Sorgen machen.

Exklusiv für Sie habe ich soeben eine erste Beta-Version des Bundestrojaners hochgeladen. Ich möchte Ihnen wärmstens anempfehlen dieses Hightechprodukt der Deutschen Softwareschmiedekunst zu installieren und mir von Ihren Erfahrungen zu berichten.«

Selbst an uns Macianer hat der Innenminister gedacht. Denn folgende Frage eines besorgten Demokraten beantwortete er souverän:

JA, ich bin dabei! Ich habe AUCH nichts zuverbergen. Ich benutze aber einen Mac und da drauf läuft das geniale Teil nicht.

»Es freut uns, dass auch Sie Ihre Regierung unterstützen wollen. Wie Sie vermutlich wissen, habe ich lediglich 200.000 Euro für die Entwicklung des Bundestrojaners zur Verfügung gestellt - voererst wird es also keine Version für den Mac geben. Ich bitte Sie daher Ihren Wohnungsschlüssel kurzzeitig bei der nächsten Polizeiwache abzugeben und in den Urlaub zu fahren. Nachdem Sie wieder zurück sind, wurde Ihre Wohnung und auch Ihr Mac durch geschultes Fachpersonal durchsucht.«

Fühlt man sich da nicht gleich viel sicherer?

P.S. Der Innenminister der Site heißt übrigens nicht Schäuble. Schade eigentlich...

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