So, nun ist es raus: Amerika wird nicht nur von einem leicht verkorsten Präsidenten regiert, auch bei Apple in Cupertino scheint man seit neuestem eine Linie zu fahren, die von vielen Menschen als ähnlich unverständlich eingestuft werden dürfe wie die Kriegspolitik des Weißen Hauses. Nur eines kann man Apple da noch zu Gute halten - durch ihr neuestes Softwareupdate des iPhones sterben keine Unschuldigen. Aber daran arbeitet man im Infinite Loop vielleicht noch.
Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, die Jungs von Apple haben sich so einiges in Sachen Kriegsführung von ihrem Präsidenten abgeschaut: Anstatt vorher sauber zu analysieren, wo das Problem liegt (Software-Hacks des iPhones schaden den eigenen Umsätzen) und dafür eine saubere Lösung zu basteln (ein Software-Update, das "erweiterte" iPhones in den Auslieferungszustand zurück versetzt), schießen die Apple-Strategen mit ihrem aktuellen iPhone-Update lieber halb-blind in der Gegend umher, machen damit jede Menge der Edeltelefone unbrauchbar und nehmen Kolateralschäden nur allzu gerne, vielleicht sogar lachend, in Kauf.
Machte doch George W. Bush sein Hang zum Öl im Nahen Osten betriebsblind, sind es offensichtlich bei Apple die $$$-Blitze in den Augen, die zu solch einer Kriegsführung gegen Hacks und Modifikationen führen. Da werden jahrelang treue, nun aber ziemlich verärgerte Kunden gerne in Kauf genommen (sollen sie sich doch ein neues iPhone kaufen...), schlechte Publicity ist eh wurscht bei einem Aktienkurs jenseits der 150 Dollar und wen interessiert es schon, ob das vielleicht langsam dann doch den ein oder anderen davon abhalten könnte, ein iPhone zu kaufen. Bis zum 9. November ist ja noch viel Zeit und wir Europäer haben die Geschichte bis dahin eh vergessen. Sicher nicht Apple!
Bei Keynotes haben wir uns daran gewöhnt und freuen uns darüber, dass Apple so zentral auf Steve Jobs ausgerichtet ist. Doch die aktuelle Update-Politik lässt eher vermuten, dass his Steveness jetzt seinen Privatkrieg gegen alle führen will, die sein iPhone noch nicht so perfekt finden, wie Steve es ihnen gerne verkaufen möchte. Und damit wären wir wieder bei George W. – auch der interessiert sich ja bekanntlich nicht so sehr, was andere über ihn denken.
Apple wollte immer anders sein. Doch je größer der Marktanteil wird, umso mehr wird Apple wie alle anderen, nur das Design bleibt weiterhin schöner. Nur einen Unterschied zur großen Weltpolitik könnte es am Ende geben, wenn die Menschen sich diese Art und Weise nicht mehr gefallen lassen. Im einen Fall nennt man es Bürgerkrieg, bei Apple hieße es Konsumverweigerung.
Doch ich werde momentan den Eindruck nicht los, dass selbst das his Steveness und Gefolge egal wäre…
Das iPhone ist zu teuer, zu langsam, zu angeberisch?!
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Zu diesem Thema die schöne Aufführung, des Volkstheater MADtv:
http://www.youtube.com/watch?v=xcjLEwZqcQI
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