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14.06.2007 - 20:00 - Lars Heidemann

Apples Safari zum iPhone bringt viel Geld

Safari

Wer all die Zahlen von Apple seit Vorstellung des iPods auch nur am Rande verfolgt hat, dem muss man nicht mehr erklären, über was für eine riesige Geldmaschinerie wir hier reden.

Mit dem jüngsten Coup hat Apple hartgesottene Apple-Jünger sicherlich vor den Kopf gestoßen, shareholder-value gesteuerten Menschen jedoch eine Richtung gewiesen, die unmissverständlich auf Gewinnmaximierung zeigt: Safari für Windows.

Sicherlich stimmen Steves Behauptungen, dass Safari den Internet Exploder in Sachen Performance um Längen schlage nur für exemplarische Beispiele. Das war in der Geschichte der Keynotes schon oft so und andere Firmen machen es nicht anders.

Strategisch war es aber ein kluger Schachzug einen Browser für die gebeutelten IE-Anwender zu entwickeln, der, nebenbei oder als Hauptziel, für lange Zahlen im Geschäftsbericht 2007 sorgen wird – wenn man John Gruber glauben schenken darf. Denn alleine dafür, dass Apple Google und nicht einen Mitbewerber in seinem Suchfeld integriert, bekommt unser Obsthändler ca. 25 Millionen US Dollar im Jahr.

Wer würde dieses Angebot ablehnen?

Greift Apple mit Winfari nun auch noch ein wenig Marktanteil bei den DOSen Usern ab, so könnte sich die Portierung schnell rechnen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Apple seine Hausaufgaben macht. Hatte die erste Betaversion von Safari 3 noch reichlich Bugs, schließt Version 3.0.1 doch zumindest schon ein paar der von Onkel Heinz beschriebenen Sicherheitslöcher.

Jetzt können wir nur hoffen, dass Apple sich keine großen Schnitzer erlaubt, auch wenn manch einer denkt, dass die Schmerzgrenze der Windows-Jünger recht hoch sei.

Ein sauber laufender Apple-Browser auf den Windowsmaschinen kann Apple den Weg ebnen noch mehr Marktanteile für sich zu gewinnen.

iPhone

Die Entwicklung des iPods in Verbindung mit dem iTunesStore war an sich schon eine grandiose Leistung.

Das iPhone zeigt uns aber in Reinform, wie es Apple immer wieder schafft Bedürfnisse für Produkte zu schüren, die wir schon besitzen… aber eben nicht in dieser besonderen Form.

Ich habe einen iPod und ich habe ein Mobiltelefon, mit dem ich eMails senden und empfangen, Fotos machen, Google Maps nutzen oder im Internet surfen kann.

Klar, das sind zwei Geräte. Aber beide zusammen haben eine Akkuleistung, die die des iPhones bei weitem übersteigt. Warum will ich also ums Verrecken dieses iPhone kaufen? Egal wie teuer es auch sein mag.

Weil Apple es geschafft hat dieses Bedürfnis in mir zu wecken. Ich bin geil auf das iPhone. Diese Entscheidung hat nichts mehr mit Vernunft zu tun. Mein triebgesteuertes Hirn versucht lediglich diese Bauchentscheidung mit rationalen Gründen zu untermauern – erfolgreich.

Jetzt gibt es da jemanden, der die Kombination aus digitalem Musikladen und dem notwendigen Rechner, der es mir erst ermöglicht Musik zu erwerben und dann auf mein mp3 fähiges Handy zu übertragen, für überflüssig hält.

Dieser jemand ist Rob Lewis, Chef von Omnifone.

Omnifone stellt mit MusicStation ein Portal zur Verfügung, mit dem UMTS-Handy-Besitzer sich ohne den Umweg über den Rechner Musik auf Ihr Handy laden können.

Nicht, dass Apple keinen eigenen Shop hätte, aber erst die Vielfalt der Anbieter macht den Reiz aus – und einen fairen Preis für den Endkunden möglich.

Hierfür würde dem iPhone aber die besagte UMTS-Funktionalität fehlen. Da die USA hier nur mit dem rückständigen EDGE (G2,5) hantieren, ist es für Apple auch nicht dringlich.

Aber Spielkinder, wie Japan oder Korea, wollen auf die Performance von UMTS nicht verzichten. Auch in Deutschland ist man mit G3 (UMTS) nicht so rückständig, wie die Kollegen über dem Teich.

Es ist also davon auszugehen, dass Apple für den europäischen und asiatischen Markt Ende des Jahres oder ggf. Anfang 2008 eine UMTS Version des iPhones auf den Markt bringt. Alles andere wäre ein Schuss ins Knie.

Und Apple wäre nicht Apple, wenn sie es nicht schon geplant hätten. Den iTunesStore wird sicherlich auch in einer Version für das iPhone geben, um von überall schnell mal einen Song herunterzuladen.

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