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23.02.2006 - 18:36 - Michael Hülskötter

Old-fashioned Smartphone "made in Swiss"

Suspekt: Die Webseite der ImCoSys AG besteht lediglich aus der Produktinfo ihres neuen Smartphones

Wenn Webseite und Produkt quasi identisch sind, mag das als erster Hinweis schon recht aussagekräftig sein.

So schien es mir zumindest beim Besuch von imcosys.com, der Internetseite der gleichnamigen ImCoSys AG aus Zug in der Schweiz. Denn die Webseite ist von ihrer Anmutung her ziemlich antiquiert, und so scheint auch das bisher einzige Produkt des Schweizer Untermehmens zu sein.

Obgleich sich mir dir Frage stellt, ob es sich überhaupt um eine reale Firma handelt, da nicht mal ein Impressum auf der Seite zu finden ist (und ob das mit geltendem Recht in der Schweiz vereinbar ist, bleibt ebenfalls unklar). (Update: Mittlerweile hat ImCoSys die Webseite überarbeitet.)

Wie dem auch sei: das Smartphone von ImCoSys hat auf den ersten Blick das Potenzial zum echten Ladenhüter. So ist beispielsweise der verbaute OMAP-730-Prozessor von Texas Instruments kein echtes Wunderding, wird er doch lediglich mit 200 MHz betrieben.

Andere neue Minicomputer wie der Pocket Look C550 von Fujitsu Siemens ist mit dem hochmodernen XScale-Prozessor ausgestattet, der mit 520 MHz getaktet wird. Wenngleich es sich dabei nicht um ein Smartphone handelt.

Weitere seltsame Entscheidung der ImCoSys-Entwickler: Ihr Smartphone verfügt über keinen Erweiterungsschacht, in dem sich beispielsweise eine Speicherkarte unterbringen ließe. Dies ist umso erstaunlicher, da der PDA über einen eingebauten GPS-Empfänger verfügt.

Damit lässt sich das Gerät um notwendiges Kartenmaterial nur umständlich via PC erweitern, was auch an dem recht bescheidenen Speicher von maximal 128 MB (64 Flash, 64 SDRAM) scheitern dürfte.

Update: Die ursprünglich veröffentlichten technischen Daten waren fehlerhaft. Tatsächlich besitzt das Gerät einem SD-Karten-Slot. Dadurch steigt der Nutzwert des Gerätes erheblich.

Dass es dazu möglicherweise gar nicht kommt, liegt auch an dem Betriebsssystem, das ImCoSys ihrem Smartphone spendiert hat: Denn für Linux im Smartphone-Format dürften sich kaum Anwendungen finden, die das Gerät unterstützt. Immerhin ist die PDA/Telefonkombi mit wichtigen Programmen wie SMS-Nachrichten, E-Mail, Kalender, etc. ausgestattet.

Mit Schnittstellen hingegen geizt das Smartphone von ImCoSys nicht: Es bietet mit GPRS, GSM (Quadband), Wireless LAN, Bluetooth, USB und seriellem Port alles, was man für die Verbindung mit Hotspot, PC & Co. so braucht.

Allerdings hat ImCoSys auch hier gespart: Es wird lediglich der langsamere Wifi-Standard IEEE 802.11b unterstützt, und auch die Bluetooth-Version 1.2 ist nicht das, was man von einem neuen Gerät erwarten kann (aktuell ist Bluetooth 2.0).

Immerhin schlagen sich die Mängel in der Ausstattung im Preis nieder: So soll das ImCoSys Smartphone rund 300 Euro kosten, was für ein neues Smartphone durchaus günstig ist. Geplanter Einführungstermin ist Juni 2006.

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