Anlässlich eines Pressebriefings in Lissabon durften ausgewählte Journalisten Vorabmodelle der neuen Panasonic Digitalkameras ausprobieren. Highlight war in meinen Augen die 5-Megapixel-Digicam Lumix DMC-TZ1. Sie ist bestimmt nicht die kleineste Ultrakomaktkamera, dafür aber die mit dem größten Zoombereich: Ein optisches 10fach-Zoomobjektiv im Westentaschenformat hat es bisher nicht gegeben. Ermöglicht wird der große Zoombereich durch eine "Faltung" der Linsengruppen: Um Platz zu schaffen, ist das Objektiv im 90-Grad Winkel geknickt, ein Prisma leitet den Strahlengang entsprechend um. Zusammen mit dem aus anderen Panasonic-Digitalkameras bekannten optischen Bildstabilisator MEGA O.I.S. lassen sich mit der DMZ-TZ1 beeindruckende Zoom-Aufnahmen auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder unruhiger Hand machen. Immerhin entspricht die größte Brennweite auf das Kleinbildformat umgerechnet 350mm.
Eine andere Richtung schlägt die ebenfalls neue 6-Megapixel-Kamera Lumix DMC-FY01 ein: Sie dürfte die zur Zeit kleinste Ultrakomakte mit Weitwinkel-Objektiv sein. Das ebenfalls mit dem optischen Bildtabilasator MEGA O.I.S. ausgestattete 3,6fach-Zoom erreicht eine aufs Kleinbild umgerechnete Brennweite von 28mm im Weitwinkelbereich. In der anderen Richtung geht es bis zu einer KB-Brennweite von 102mm. Echte Fotografen geraten natürlich ins Schmunzeln, wenn man bei 28mm von einem Weitwinkel spricht. Für eine Consumer-Digicam ist das aber schon wieder beachtlich. Während das Groß der Laien nach möglichst viel Zoom giert, übersehen die meisten, dass man beispielsweise in geschlossenen Räumen mit einem Weitwinkel - also möglichst wenig Brennweite - die besseren Fotos macht. Man kriegt einfach mehr drauf auf's Bild.
Beide Modelle glänzen durch den Renommee versprechenden Leica-Schriftzug auf dem Objektiv, diverse neue Aufnahme-Programme, Fotos und Videos wahlweise im 16:9-Format und einen sogenannten Hochempfindlichkeitsmodus. Hierbei wird die Lichtempfindlichkeit auf eine für Ultrakompaktkameras beachtliche Lichtstärke von ISO 1600 gesetzt. Da das allerdings durch eine Pixelbündelung erzielt wird, geht dies mit einer deutlichen Reduzierung der Auflösung einher. Für gelegentliche Schappschüsse, beispielsweise von Kindern oder bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, ist dieser Modus aber durchaus nützlich. Das gilt auch für die neuen 2,5-Zoll grossen Displays. Sie sind mit einer Funktion ausgestattet, die auch dann ein klares Bild zeigt, wenn man die Kamera über den Kopf hält um einen höheren Standpunkt zu erzielen und daher von unten auf das Display schaut. Beide Kameras haben einen empfohlenen Verkaufspreis von 430 Euro.