Wir wollten der CeBIT doch noch eine letzte Chance geben und uns mit ihr versöhnen. Damit das gelingt, wollten wir uns nicht mehr mit den Produkten beschäftigen, sondern auf die Präsentation ebenjener und die Gestaltung der Stände achten, uns neue Anregungen holen, mit offenem Mund staunen. Das taten wir dann auch, allerdings nicht immer vor Begeisterung...
Da wir natürlich nicht wie der restliche Messepöbel mit der Straßenbahn, sondern ausschließlich mit dem eigenen Auto anreisen – und natürlich vergeblich nach einem Parkplatz nahe des Einganges suchten, entschlossen wir uns, der Einfachheit halber durch die Absperrungen zu brechen und parkten mitten in einer der Hallen, die uns interessant erschien. Aber kaum kehrten wir von unserem kleinen Abstecher zurück, mussten wir entsetzt feststellen, dass irgendwelche durchgeknallten Schrauber unser Vehikel mittlerweile totgepimpt hatten. Nichts war mehr so, wie wir es kannten. Die Scheiben waren kleiner, das gesamte Gefährt lag förmlich auf dem Boden, und als ob das nicht schon ekelerregend genug war, hatten diese Muffenmanipulierer die Karre umlackiert: IN ORANGE!!! Lediglich die XBox 360 im Kofferraum spendete ein wenig Trost, bis uns einfiel, dass die Konsole aus Redmond kommt... Übrigens hat Commodore eine Alleskönnerkonsole vorgestellt. Dazu demnächst mehr hier bei mackauf.
Nachdem wir uns von diesem Schock und dem sogleich folgenden des ultrakonservativen "Back to the roots"-Ansatzes bei Sun erholt hatten, landeten wir fatalerweise auf dem Stand von Sony Ericsson, den man locker mit "Killer in Lila" betiteln könnte. Grell, knallig, laut, in grün-weiß oder violett-weiß gehalten. Und wenn sich die Augen nicht ausruhen können, sollen auch die Ohren ihre Abreibung bekommen: man veranstaltete einen Worst of-DSDS-Wettbewerb. Menschen, die ihr fehlendes Schamgefühl mit überbordender Selbstüberschätzung kompensieren, sangen die schlimmsten Songs nach, die wiederum vom Publikum, genauso schmerzfrei wie die Interpreten, erkannt werden mussten. Die durchaus exklusiven Gewinne fielen eindeutig in die Kategorie Schmerzensgeld...
Wie man es schafft, seriös zu bleiben und gleichzeitig unglaublich cool und zeitgemäß zu wirken, bewies das ZDF. Der Stand zeugte von Designverständnis und präsentierte die neuen Inhalte wie etwa Podcasts und Videostreams fürs Handy unglaublich unaufdringlich und damit sehr angenehm. Was beweist, dass man in der Rangfolge offiziell nur auf der 2 rangieren, in Wirklichkeit aber die 1 sein kann. Und das, obwohl die auf einem Auge doch gar nichts sehen...
Was uns zu den TK-Unternehmen bringt, die immer für einen Witz auf ihre Kosten gut sind. Der Slogan der Telekom: „Wir geben alles.“ Vor allem geben sie einen Scheiß, wenn es um Kundenservice geht, um Arbeitsplätze, um Ethik. Das diktierten wir so auch der freundlichen Dame in den Block, die uns fragte: „Wie stehen Sie zur Telekom?“ „Wir hassen sie abgrundtief.“ „Gut, ich trage mal "Kein Interesse" ein...“ Am Kiosk gibt es seit Jahren nur noch Twix und kein Raider mehr, und Lars Dittrich und Alexander Grella sind nicht mehr "D&G", sondern ".dug". Nur wie zur Hölle spricht sich das aus? [Dotduck] vielleicht? Geht das nur mir so, oder hört sonst noch jemand "Tote Ente"?!
Apropos Tod. Die Gamer wurden von den Machern der Messe in ihrer Weitsicht in einer Halle versammelt, wo sie sich nach Lust und Laune gegenseitig jagen und töten konnten. Gerüchte, das Innenministerium hätte beim Kommando Spezialkräfte um eine kleine Einsatztruppe gebeten, weil man alle Gamer gefangen nehmen und anschließend als Wiedergutmachung für die vergangenen Querelen an die USA verschenken wolle, bestätigten sich nicht. Es besteht für Gamer also keine Gefahr, als virtuelle Kombatanten umgehend nach Guantanamo überführt zu werden. Noch nicht...
Wer allerdings schnellstens eingesperrt gehört, sind die Beutelratten – werden landläufig auch als Zecken bezeichnet. Diese besonders lästigen Messeschmarotzer stromern durch die Hallen, heucheln Interesse, um dann besonders dreist Werbegeschenke abzuzocken. Nicht falsch verstehen: Werbegeschenke sind dazu da, dass man sie mitnimmt. Allerdings gilt auch hier wie sonst im Leben: der Ton macht die Musik. Doch Freundlichkeit kennen diese parasitären Trolle nicht: „Haben Sie hochwertige Werbemittel zu verschenken?“ Bitte was?! Und wenn man nicht schnell genug reagiert, wird das hochwertige Werbemittel einfach so entwendet. Selbst überführte Delinquenten scheuen nicht vor weiteren Forderungen zurück. So beobachteten wir beim Arbeitskreis Digitale Fotografie, wie sich eine besonders feiste Beutelratte dem Stand näherte, neben einem Computer einen hochwertigen Kuli mit batteriebetriebener Blinkfunktion erspähte, sich an den Rechner setzte, um dann in einem vermeintlich unbeobachteten Moment den Kuli in der offenen Tüte verschwinden zu lassen. Gestellt vom Standpersonal und danach gefragt, ob nicht die Ersatzbatterien für den geklauten Kuli auch hilfreich sein könnten, antwortete das raffgierige Nagetier: „Ja, das stimmt wohl.“ Griff sich die Batterien samt Etui und verschwand im Gewimmel.
Wer sich trotz des drohenden Schülerchaos' am letzten Tag dennoch auf die Messe traut und einen wirklich gelungenen Stand genießen will, dem empfehlen wir einen Besuch bei O2. Die Decke besteht nämlich aus dicken lichtführenden Kuststoffzylindern und taucht den Stand in alle möglichen Blautöne und mäandert wie eine Welle über die Köpfe der Besucher. Der nichtexistente mackauf-Messe-Award 2007 geht an: O2!
Dem neuen Fujitsu Lifebook P7230 auf den Zahn gefühlt
Eventbericht: Sie haben, was wir sehen und anfassen wollen
Creative Suite 3 ab Ende April in Deutschland
Schnäppchenkameras bei Amazon
Wenn Sie noch keinen Benutzernamen und Passwort haben, müssen Sie sich vorher registrieren.
Passwort vergessen?
Registrieren
Eventübersicht
Nachrichtenarchiv
Lexikon
Kontakt
Mediadaten
Impressum