Es gab eine Zeit, da war iTunes in Version 4.0 nur halb so alt wie heute, aber dafür doppelt so praktisch: Mit nur wenigen Handgriffen konnte man seine Musikbibliothek nicht nur im lokalen Netz freigeben, sondern auch über das Internet Freunde und Verwandte darauf zugreifen lassen. Apple fand's nicht so lustig und schob schnell 4.01 hinterher.
Seitdem tummeln sich im Netz eine Vielzahl von Anleitungen, die alle eines gemein haben: Sie sind entweder fürchterlich unpraktisch oder funktionieren schlicht nicht. AlmostVPN von Leapingbytes ist die Ausnahme und kann sogar noch viel mehr als nur Musik über das Internet zu befördern. Wir haben uns die Shareware genauer angeschaut und Probe gehört.
Eines vorne weg: Zum illegalen Tauschen von Musikdateien eignet sich AlmostVPN nicht, da schließlich die freigegebene Musikbibliothek wie im lokalen Netz auch unter "Freigaben" in iTunes landet. Wer dageben auch im Büro oder unterwegs auf seine heimische Musiksammlung zugreifen will, für den ist AlmostVPN ideal.
Wie funktioniert die Software?
AlmostVPN wird als Erweiterung in den Systemeinstellungen installiert und läuft von da an auf Wunsch automatisch im Hintergrund. Nach einer erfolgreichen Konfiguration der Shareware (Kosten: rund 13 Euro) baut das Programm in Hintergrund einen SSH-Tunnel zum Rechner mit der iTunes Bibliothek auf und gaukelt dem lokalen iTunes eine Freigabe im eigenen lokalen Subnet vor. Klingt kompliziert, lässt sich aber mit den Anleitungen auf der Webseite und einigen kleinen Tipps problemlos realisieren.
Wir erklären wie es geht:
Aktivieren Sie auf dem Rechner mit Ihrer Musikbibliothek unter Systemeinstellungen / Sharing die Option "Entfernte Anmeldung" um SSH zu aktivieren.
Wechseln Sie zu AlmostVPN in den Systemeinstellungen und dort in den Reiter "Configure". Unten links gibt es einen Button mit einem Plus-Zeichen darauf. Klicken Sie diesen und fügen Sie einen neuen SSH Server hinzu. Als Hostname wählen Sie den Namen Ihres Rechners, der die iTunes Bibliothek zur Verfügung stellt und als Adresse Ihre neue DynDNS-Subdomain (z.B. mackauf.dyndns.org). Bei Username und Passwort tragen Sie ebenfalls die Daten Ihres iTunes-Server-Rechners ein.
Das Laden der Musikbibliothek kann natürlich etwas Zeit in Anspruch nehmen. Bei uns dauerte es in den Tests auch mal bis zu fünf Minuten, bis man die Songs und Playlists sehen konnte (Datenbank mit 36.000 Titeln). Danach starten die Songs mit einer Verzögerung von circa zwei Sekunden.
Fazit: Die Konfiguration hört sich aufwändiger und schwerer an als sie ist. Wir haben nicht mal zehn Minuten gebraucht bis alles lief. Danach ist AlmostVPN ein verlässlicher Begleiter am Arbeitsplatz oder an jedem Hotspot. Die knapp 13 Euro Sharewaregebühr sind gut investiert, weil man endlich nicht mehr auf verschiedenen Rechnern iTunes Bibliotheken synchron halten muss.
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