Heute erreichte mich eine Pressemitteilung, die mich aufhorchen ließ und gleichzeitig ermunterte. Denn sie belegt, dass man auch innerhalb kürzester Zeit sehr viel erreichen kann. Wenn man nur genügend an seine Idee glaubt. Und natürlich über genügend Geld verfügt.Die Presseinfo also, die mich aufhorchen ließ, handelte davon, dass FON den World Technology Award 2006 verliehen bekommen hat. Und zwar in der Kategorie "Kommunikation".
Bei FON handelt sich um eine im November 2005 gegründete Firma, die sich das bescheidene Ziel gesetzt hat, auf Basis privater WLAN-Router das weltweit größte Hotspot-Netzwerk aufzuspannen. (Ob das die kommerziellen Hotspot-Anbieter dieser Welt besonders freut?)
Die Idee dabei ist einfach und genial zugleich: Im FON-Shop kann man für knapp 35 Euro einen speziellen WLAN-Router kaufen, der mit einer speziellen Software versehen ist.
Der Router heißt La Fonera und die teilnehmenden User der FON-Community werden entsprechend als La Fonero/as bezeichnet.
Diese spezielle Software teilt das Wireless LAN des FON-Routers in zwei drahtlose Netze: In ein privates und ein öffentliches. Hierfür werden zwei unterschiedliche SSIDs vergeben. Über die private Netzwerkkennung loggt man sich in sein abgeschlossenes WLAN ein, das entsprechend verschlüsselt wird.
Über die öffentliche SSID können sich registrierte Fonero/as mit Usernamen und Kennwort in das FON-WLAN einwählen und somit kostenlos per Funkverbindung im Internet surfen.
Diesen WLAN-Router gab es übrigens zwischen dem 20. Oktober und 8. November von FON geschenkt. Das alleine zeigt, wie ehrgeizig die Ziele des CEOs und Gründers von FON, Martín Varsavsky, sind. Seine schlichte Botschaft lautet: 1 Million Foneros bis Ende 2007.
Varsavsky ist übrigens recht wohlhabend, um dies auch erreichen zu können: Im Jahr 2000 verkaufte er den spanischen ISP Ya.com für 550 Millionen Euro an die Deutsche Telekom.
Zudem beteiligen sich an FON unter anderem Google und Skype. Die Absicht ist klar: Google will auf diesem Weg seine Anwenderschar vergrößern, und Skype erhofft sich davon einen positiven Internettelefonie-Effekt.
Innovativ ist auch die Herausforderung gelöst, wie man den nächstgelegenen FON-Hotspot herausfindet. Hierzu surft man einfach auf maps.fon.com und kann dort über eine Suchmaske seine Adresse eingeben. Und schon bekommen Sie sämtliche FONspots im näheren Umkreis angezeigt.
Die Technik, die hierzu eingesetzt wird, ist übrigens Google Maps (sic!).
Dass das Konzept der kostenlosen FON-Hotspots aufgeht, belegen die aktuellen Zahlen: So sind alleine in Deutschland rund 14.000 FONspots verfügbar, Tendenz steigend. Und weltweit sind derzeit mehr als 125.000 FON-Anhänger registriert.
Interessant ist auch die Technik, die in den FON-Routern steckt. Im Hintergrund werkelt nämlich ein linuxbasiertes Betriebssystem, das auf OpenWRT basiert. Dabei handelt es sich um dieselbe Software, die auch auf Linksys-Routern zum Einsatz kommt, allerdings in modifizierter Form.
Falls Sie also einen WLAN-Router von Linksys mit der Bezeichnung WRT54G (pre-v5), WRT54GL, WRT54GS oder WRT54GSv4 besitzen, können Sie die FON-Firmware auf das Gerät überspielen und ohne Zusatzkosten (aber mit Registrierung) Fonero/a werden.
Das funktioniert übrigens auch mit diversen WLAN-Routern von Buffalo. Die in Frage kommenden Modelle heißen WZR-RS-G54, WHR-HP-54 und WHR-G54S.
Und wie könnte es anders sein, leistet sich FON natürlich auch elf internationale Blogs, die in Holländisch, Englisch, Deutsch und anderen Sprachen über die neuesten Entwicklungen aus der FON-Szene berichten.
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